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Bei "Payback" und "Ritter aus Leidenschaft" präsentierte sich der zweifellos talentierte Drehbuchautor Brian Helgeland auch auf dem Regiestuhl ganz ordentlich. Mit seinem dritten Spielfilm "Sin Eater" macht er jedoch nur einen sehr schwerfälligen Flachköpper in die Welt der okkult-religiösen Thriller.

Dabei besitzt die Geschichte um den so genannten Sin Eater, einem Geschöpf, das den Menschen ihre Sünden von der Seele zu nehmen vermag, immerhin Potenzial. Getrost wird die zündelnde Faszination dafür allerdings brachial mit der Decke erstickt, wenn das Plotgewächs mutiert und teilweise in wirre Richtungen sprießt. Da interessieren die Kirchenintrigen kaum, zwei plötzlich am Friedhof und zum Schluss auftauchende Dämonenkinder sind unheimlich funktionslos und das sich in den Katakomben des Vatikans in den Reihen einer Sekte Abspielende bleibt äußerst mysteriös.

Hinzu kommt die unmotivierte Darstellung der inneren Zerrissenheit des Priesters Alex Bernier, der zwischen Zölibat und Liebe steht. Heath Ledger vermag seiner Figur leider keinerlei Glaubwürdigkeit zu verleihen und lässt Alex gnadenlos untergehen. Benno Fürmann verkauft sich in der Rolle des Sin Eaters dagegen überraschend gut, scheitert aber letzten Endes am größten Problem des ganzen Filmes - dem Erzählfluss. Dieser ist nämlich so unglaublich zäh und einschläfernd, dass man beim Ansehen meinen könnte, es würden einem Bleigewichte an den Augenlidern hängen. Bei so einer schwachen Spannungskurve kommt natürlich auch kaum Atmosphäre auf; egal wie bemüht Helgeland bei den Kulissen war oder versuchte, Licht und Schatten zu nutzen.

Das Fazit kann daher auch nur lauten: Brian Helgeland inszenierte einen leidlich-lahmen Thriller, der so schal erzählt beim Zuschauer überhaupt kein Interesse weckt. Von den unpassend computergenerierten und der Zeit zudem hinterher laufenden Tricks ganz zu schweigen.

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