Review

Hier kann man endlich mal wieder großartige Schauspielkunst auf der Leinwand (oder Mattscheibe) sehen. In all den vielen Action- oder Comedyfilmen die die Kinos oder Videotheken beherrschen ist dieser Film wieder eine der wenigen Raritäten. Regisseur Eastwood hat hier eine hervorragende Wahl seiner Darsteller getroffen.
Drei frühere Spielkameraden deren Wege sich durch ein Schicksalsschlag wieder kreuzen. S. Penn spielt sich seine "Seele" auf die Leinwand. Als gebrochener zynischer Vater, der den Knast kennen gelernt hat, spielt er gekonnt das Leiden eines vom Schicksalsschlag getroffenen Elternteils. Man bekommt eine Gänsehaut, wenn man mit ansehen muss wie er von über einen halben Dutzend Polizisten festgehalten wird, damit er den Leichnam seiner Tochter nicht sieht. Kevin Bacon als ermittelnder Polizist, der an der Sprachlosigkeit seiner dauernd anrufenden Frau die ihn verlassen hat fast verzweifelt, ist hier ebenfalls großartig besetzt. Tim Robbins als verängstigter Erwachsener und Familienvater, der mit seiner Vergangenheit noch nicht abgeschlossen hat in der er als Kind vergewaltigt wurde und unfähig ist in der Gegenwart darüber zu reden , selbst mit seiner Frau, dieses vereint unsichtbar jenes Trio zu einem großartigen Ganzen was einem den Film so nahe bringt. Ein in Worten schwer zu beschreibendes Gefühlskino!
Der Film fließt wie der River, mystisch langsam dahin. Ohne Tamtam und Tara und dennoch faszinierend und dem Betrachter in den Bann ziehend. Als S. Penn seine vermeintliche Rache bekommt, kann man "spüren" wie er anschließend leidet, als er erfährt das er sich an den Falschen gerächt hat. In dieser Erkenntnis zu leben wird er weiter leiden und leidet weiter. Das Wissen seinen alten Spielkameraden umgebracht zu haben und dafür nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden, wird an seiner Seele und dem Gewissen nagen. Schlimmer als jede gesetzliche Strafe muss er nun in dieser Ungewissheit leben. Dies wird besonders in einer letzten Szene zwischen Penn und Bacon deutlich, wo sie sich in einer feiernden Menge sehen und Bacon ihn quasi mit den Finger "abschießt".
Der Film entläßt den Zuschauer "ohne" ein filmisches endgültiges Ende, sondern hinterläßt jedem seine eigene Möglichkeit der Interpretation.
Daher - Absolut Sehenswert - (Persönlich erlebte ähnliche Schicksalsschläge halten mich von der Höchstzahl ab, denn die Wirklichkeit spielt ohne Musik und Szenenschnitte) 9/10

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