Review

Als ich mir den Umschlag der DVd durchlas, war mein Interesse sofort geweckt. Eine Freundschaft unter drei Freunden, die durch ein tragisches Eregnis zerrissen wurde und durch ein weiteren Schicksalsschlag wieder zusammengeführt werden sollte. Zwei Oscars für den besten Hauptdarsteller und den besten Nebendarsteller sowie ein Feuerwerk von Hochkarätern in der Besetzung, das versprach einen amüsanten und interessanten DVD-Abend. Jedoch wurden meine Erwartungen nicht so erfüllt wie das erhofft war.

Mystiv River basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dennis Lehane und stellt damit eine Literaturverfilmung dar. Clint Eastwood, der sich als Regisseru mittlerweile einen sehr beachtlichen Namen gemacht hat, hat sich des Literaturstoffes angenommen und ihn in bewegte Bilder umgestaltet. 2003 ist unter dem Drehbuch von Brian Helgeland dieser preisgekrönte melodramatische Thriller entstanden.

Die Geschichte des Films ist relativ simpel. Die drei Freunde Jemmy, Sean und Dave zeichnen ihre Namen in frischen Beton. Daraufhin kommt ein vermeindlicher Polizeibeamter und nimmt Dabe mit, um ihn angeblich nach Hause zu bringen. Jedoch wird Dave von ihm entführt und vier Tage von dem Entführer und einem Komplizen vergewaltigt. Hier ist schon ein erster Kritikpunkt. Zwar nimmt der Film im Verlauf immer wieder Stellung zu dieser Thematik, doch werden die psychischen Abgründe Daves, gespielt von Tim Robbins (erhielt Oscar als bester Nebendarsteller), viel zu wenig beleuchtet. Es gibt eine sehr gute Szene, in der die Verstörtheit Daves zu Tage kommt. Er spricht mit seiner Frau Celeste (Marcia Gay Harden) über seine Vergangenheit. Dies geschihet allerdings nur, weil er einen pädaophilen zuvor umgebracht hat. Sicherlich kann man den Machern attesteiren, dass sie sich dieser brisanten Thematik auf eine nüchterne und distanzierte Art und Weise angenommen haben, doch fehlt mir persönlich ein mehr tiefenpsychologischer Betrachtungswinkel. Liegt vielleicht aber auch daran, dass Dave Boyle eben nicht die Hauptrolle in diesem Film spielt. Wobei ich anmerken möchte, dass meiner Ansicht nach Tim Robbins wesentlich überzeugender spielt als Sean Penn und mir dessen Oscar eh etwas suspekt vorkommt, da ich Kevin Bacon wesentlich brillanter auf der Leinwand agieren sehe als Penn.

Nach der Vergewaltigung haben die drei Freunde 25 Jahre nichts miteinander zu tun bzw. sehen sich nur gelegentlich und begrüßen sich. Jimmy Markum (Sean Penn) ist mittlerweile Vater einer hinreißend schönen 19jährigen Tochter, lebt in zweiter Ehe, nachdem seine erste Frau gestorben ist und hat in dieser zwei weitere Töchter bekommen. Jedoch wird seine 19jährige Tochter Katie ermordet aufgefunden. Jimmy, der früher krininalistisch aktiv war, begibt sich auf die Suche des Mörders. Sean Penn spielt den verzweifelten und vor Wut rasenden Vater schon sehr überzeugend und gibt ihm einen durchaus gelungene Note, doch geht er neben Bacon und Robbins meiner Ansicht nach unter. Auch Laurence Fishburne als Sgt. Whitey Powers (wobei der Name echt etwas blöd gewählt ist), besticht durch sein Engagement. Jimmy gelnagt durch unterschiedliche Informationsquellen zu dem Schluss, dass sein alter Freund Dave seine Tochter umgebracht hat. In der Finalseuqnz versucht Jimmy auch ein Geständnis aus Dave herauszuzwingen unter dem Versprechen, dass er ihn dann leben lässt. Dave beharrt anfänglich auf seiner Version, dass er einen Pädophilen getötet hat, doch wird er im Verlauf des Gesprächs zunehmenst debiler und scheint nicht mehr Herr seines Verstandes zu sein, was unter Umständen auch an der gehöirgen Menge Alkohol in seinem Gehirn liegen könnte. Zudem ist der Druck, den Kimmy aufbaut unerträglich und der ohnehin verstörte Dave gesteht den Mord. Entgegen seinem Versprechen sticht Jimmy Dave nieder und erschießt ihn anschließend.

Kevn Bacon steht als dritter Hauptakteur im Geschehen des Films. Nachdem seine Frau von ihm abgehauen ist, leidet er seelische Qualen durch. Sie ruft ihn ständig an, doch spricht sie kein Wort mit ihm. Deshalb stürzt sich Bacon alias Sean Devine in seine Arbeit. Als FBI-Agent fällt der Mord an Jimmys Tochter in sein Zuständigkeitsgebiet. Mit Hilfe seines wirklich sehr brillant aufspielenden Kollegen Whitey Powers alias Laurence Fishburne gelingt es ihm, nachdem sie ein bisschen im Dreck gewühlt haben, den wahren Mörder Kathis zu entlarven. Ebenfalls findet diese Abschlusssequenz parallel zu dem Konflikt zwischen Dave und Jimmy statt. Dies ist durchaus ein angenehmes Spannungsmoment, da der Zuschauer sich in beiden Erzählstrengen befindet und sich sehr plastisch in die Dramatik der jeweiligen Situation einfühlen kann.

Ein großer Kritikpunkt ist meiner Meinung nach, dass der wahre Mörder viel zu wenig beleuchtet wird. Wir bekommen überhaupt kein Verständnis dafür, wieso der Bruder von Katies Freund sie ermordete. Zwar wird dies durch die Erklärung Brendans (Katies Freund) aufgezeigt und klargestellt, doch eher in einem Nebensatz wird festgehalten, dass der Mord aus einem Neidmotiv entstand. Brendans kleiner Bruder mochte seinen großen Bruder so sehr, dass er ihn nicht verlieren wollte. Wieso war das denn so? Auf den Familienkonflikt wird nicht ausreichend eingegangen. Ob dies als ein "Aha-Effekt" gedacht war, ist schwer zu beurteilen. Jedoch hätte man sicherlich diesen Strang auch etwas markanter heruasstellen können, damit man das "Missgeschick" besser verstehen kann. Ebenso ist die Beziehung von Brendans kleinerem Bruder und seinem Freund total vernachlässigt. Er hat anscheinend Brendans kleinen Bruder zum Mord angestiftet. Doch wieso tat er dies? Liebte er Brendans kleineren Bruder? Welche Angst hatte er ihn zu verlieren? Dieser Thematik geht der Film in keinster Weise nach und gibt auch keine Antwort oder Klärung auf die oben gestellten Fragen.

Eastwood hatte eine gute Drehbuchvorlage, die jedoch mit keinem neuen Stoff aufwarten kann. Daniel Brinkmann attestiert Mystiv River in dem Filmmagazin "Schnitt",
„Ein durchaus gewichtiges Drama, das in diesen Zeiten,
da die Teenies längst zum Hauptzielpublikum der Filmindustrie geworden
sind, aufmerksame, selbständige, erwachsene Zuschauer verlangt, um
ihnen wieder zu zeigen, wozu das Erzählkino eigentlich in der Lage ist." Diese Kritik mag sicherlich zutreffen, jedoch kommt der etwas psychologisch erfahrene Zuschauer, der sich mit dem einen oder anderen genretypischen Film auseinandersetzt, nicht ganz auf seine Kosten. Durch die phasenweise langanhaltenden Erzählstränge wird die Konzentration schon sehr beansprucht und man ertappt sich dabei, wie die Gedanken abweichen.
Eine der beeindruckendsten Szenen ist die, in der Jimmys Frau (gespielt von Laura Linney) ihrem Mann erzählt, dass sie wusste wen er töten würde. Das sie als seine Frau zu ihm stehen würde und ihn als den Mann mit dem größten Herzen ansehen würde. Laura Linney überzeugt als eiskalte und treue Ehrfrau, die ihrem Mann den Rückhalt bietet, den sich jeder nur wünschen würde. In der Abschlussszene des Films wird dies eindrücklich dargestellt. Dave Boyles Frau Celeste trifft mit ihren Blicken auf Annabeth Markum. In diesen zwei Sekunden des Blickkontaktes ist alles gesagt worden. Celeste die ihrem Mann nachtrauert blickt in die Augen der Frau des Mörders und diese versprüht eine eiskalte, beängstigende und mächtige Stärke. Eine wirklich beeindruckende Szene.


Fazit:
Mystiv River bietet durchweg die typischen Merkmale eines melodramatischen Thrillers. Wir werden in die Psyche eines verstlörten missbrauchten Erwachsenen eingeführt, sehen die Konflikte eines leidenden Vaters und haben die thrillertypischen Elemente einer Polizeiermittlung. Daher kann man mit Sicherheit 7,5/10 geben.

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