Review

Inhalt:
Die 11-jährigen Dave, Sean und Jimmy werden diesen Tag wohl nie vergessen. Als beim spielen auf der Strasse ein Auto anhält, nehmen 2 sich als Polizisten ausgebende Männer Dave mit, entführen und misshandeln ihn. Tage später taucht Dave wieder auf.
Inzwischen sind alle erwachsen, haben aber nichts mehr miteinander zu tun. Als Jimmy's Tochter ermordet wird, kreuzen sich wieder ihre Wege. Sean ist bei der Polizei und ermittelt in dem Fall. Die ganze Sache scheint erst sehr undurchsichtig, doch Dave hat einige unglaubwürdige Geschichten auf Lager. Als er sich immer mehr in Widersprüche verstrickt, dreht Jimmy, der den Täter selber finden will, durch...

Wirklich ein schweres Stück. Der Film zieht ziemlich runter. In starken Bildern erzählt der Regisseur eine Geschichte um Trauer, Wut und einer verlorenen Kindheit. Der Mann versteht sein Fach. Dabei dauert es doch eine Weile, bis er nach dem bedrückenden Anfang - Dave's Entführung - wieder in Schwung kommt. Überhaupt ist der Film stellenweise recht behäbig inszeniert. Zwar hat das Gezeigte seinen Sinn, zieht sich aber in die Länge. Den Subplot mit Seans Frau fand ich auch nicht wirklich interessant. Er soll dem Charakter wohl mehr Tiefe verleihen, aber dazu ist er einfach zu oberflächlich.

Die prominente Besetzung kann überzeugen, ich fand sie (fast) ideal. Kevin Bacon war für mich doch eine Art Identifikationsfigur und von den drei Hauptpersonen die distanzierteste, was natürlich auch an seinem Beruf (den er im Film ausübt) liegt. Tim Robbins, eher bekannt aus Komödien, spielt den psychisch gebrochenen Dave gut, doch hätte es ruhig etwas mehr sein können. Im Gegenteil zu Sean Penn als Jimmy, der doch etwas überzogen daherkommt. Insgesamt sind sie aber alle weit über dem Einheitsbrei; der Film ist eben "Schauspielerkino". Schlecht spielt eigentlich niemand in dem Film.
Der Soundtrack ist irgendwie nicht hängen geblieben. Entweder, weil die Geschichte so fesselnd oder er zu überhörbar war. Das wird sich vielleicht beim nächsten Anschauen klären.

Die Geschichte selber ist wirklich gut ausgefeilt. Das Drehbuch legt dabei ziemlich offen ein paar Fährten aus, die erst kurz vor Schluss aufgelöst werden, sodass man gut bis zum Ende miträtseln kann. Wobei wir beim grössten Schwachpunkt des Machwerks wären: dem Ende. Also wirklich! Die Auflösung des Verbrechens ist im Vergleich zu dem, was der Film uns 2 Stunden lang betrachten liess, nicht mitreissend. Überraschend? Ja. Interessant? Kaum. Desweiteren noch das Gespräch zwischen Sean und seiner Frau. Ich habe mir gedacht, die hat doch einen an der Waffel! Auch, was nun mit Jimmy geschieht, wird nicht explizit gezeigt.

Es ist leichter, über das Negative zu schreiben. Aber es gab auch Sachen, die mir wirklich gut gefallen haben.
Der Film hat eine sehr dichte Atmosphäre. Man sitzt fast die komplette Laufzeit mit einem Stein im Magen im Sessel. Die Kamera ist immer nah an den Figuren und bringt so den Zuschauer auch emotional näher. Dave's innere Zerrissenheit wird auch mal mit einem Licht- und Schattenspiel dargestellt, was ich auch mal für eine gute Idee hielt. Der einzig humoristische Part fällt Lawrence Fishburne als Seans Partner zu, der mit seinen sarkastischen Sprüchen ab und an die ernste Stimmung etwas auflockert.

Fazit:
Kein Film, den man sich mal zwichendurch ansehen sollte. Zeitweise etwas schleppendes, dafür aber (bis auf den verkorksten Schluss) nachvollziehbares und mit klasse Schauspielern besetztes Drama, das einen schweren Eindruck hinterlässt. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, bekommt einen guten Film, der ohne Special Effects und Krach, dafür aber mit Spannung und Anspruch daherkommt.

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