Ein normaler Tag im amerikanischen Vorstadtidyll, doch dieser Tag ist das Ende ihrer Kindheit: Vor den Augen von Sean und Jimmy wird ihr ihr Freund Dave in ein Auto gezerrt. Vier Tage wird der elfjährige Junge missbraucht, bevor er fliehen kann - unverletzt, aber gezeichnet fürs Leben.
25 Jahre später: Dave ist ein psychisches Wrack, der nur für seine Familie lebt, Jimmy betreibt in der Stadt einen Lebensmittelladen, Sean arbeitet bei der Mordkommission. Durch ein tragisches Ereignis kreuzen sich ihre Wege wieder: Jimmys Tochter wird ermordet aufgefunden, Sean auf den Fall angesetzt, schon bald ist Dave der Hauptverdächtige.
Der Plot ist spannend, aber leider zwischendurch, besonders am Anfang, mit einigen Längen inszeniert worden. Lässt der Beginn noch auf ein tiefschürfendes Psychodrama zum Thema Kindesmissbrauch schliessen, so entwickelt sich die Handlung letzlich zu einem Krimi der klassischen Machart. Der wahre Mörder bleibt bis kurz vor Ende unbekannt, einige unerwartete Wendungen - und zwischendurch immer wieder Szenen von anrührener Menschlichkeit, die nicht zuletzt der in allen Belangen überzeugenen Schauspielerriege zu verdanken ist (besonders Sean Penn und Tim Robbins liefern hier grandiose Vorstellungen ab). Überhaupt wird hier der knallharte Kontrast zwischen den menschlich-emotionalen und den kühlen ermittlungstechnischen Aspekten eines Mordfalls aufgezeigt: Bricht Jimmy beim Fundort der Leiche seiner Tochter noch schreiend zusammen, muss er in der nächsten Szene sehr gefasst die selbige im Kriminallabor identifizieren. Diese kalte Seite wird personifiziert durch Sgt. Whitey Powers (wie man der Figur in einem solchen Film so einen Namen geben kann, ist für mich unbegreiflich!!), der seinem Kollegen Sean im Zuge der Ermittlungen sogar Befangenheit vorwirft.
Dei menschliche Seite wird im besonderen Masse nicht nur von Jimmy und Dave, sondern auch besonders von Daves Frau verkörpert. Wissend, dass ihr Mann in der Mordnacht mit blutigen Händen und einer haarsträubenen Ausrede nach Hause kam, deckt sie ihn zunächst, zweifelt aber immer mehr an seiner Unschuld. Dieser verstrickt sich immer weiter in Lügen und Widersprüchen, was auch den rachedurstigen Jimmy auf den Plan ruft - eine weitere Tragödie bahnt sich an.
Was geschah in den letzten 25 Jahren mit diesen drei Menschen? Clint Eastwood gibt darauf zwar nur vage, aber durchaus aufschlussreiche Antworten, die erst bei genauem Hinsehen deutlich werden.
Am Ende gehen alle geschehenden und noch kommenden Ereignisse trotz allem nur von jenem schicksalhaften Tag aus, die philosophischen Einzelheiten werden dem Geist des Zuschauers überlassen.
Trotz einiger langatmiger Passagen meisterhaft inszeniertes und klasse gespieltes Kriminal-Drama.
8/10