Crowdfunding ist schlichtweg eine tolle Sache, denn es gibt Filmemachern die Möglichkeit, ihr Projekt nicht nur im kleinen Rahmen zu verwirklichen. So war der australische Regiedebütant Mark Toia bislang zwar als erfolgreicher Werbefilmer unterwegs, doch ein Budget von 1,6 Mio. Dollar stemmt man auch nicht mal so aus dem Ärmel. Und wenn Kampfroboter, wie jüngst in „Battle Drone“ Amok laufen, braucht es zwangsläufig ein wenig mehr.
An der Grenze zwischen Vietnam und Kambodscha findet eine geheime Operation der CIA statt: Vier Kampfroboter werden auf eine Mission geschickt, um das hiesige Drogenmoloch im Dschungel niederzumachen. Nach ihrer Landung geht jedoch einiges schief, denn während ein Roboter strauchelt, töten die anderen viele Zivilisten. Der als Eremit lebende, ehemalige Navy Seals Mason (Brett Tutor) hat alle Hände voll zu tun, eine Gruppe von sechs jungen Ärzten in Sicherheit zu bringen, die ebenfalls nicht ganz freiwillig hier sind…
Toia setzt bei seiner Geschichte auf viele Figuren und damit verbundene, parallel laufende Handlungsstränge. Das Hauptaugenmerk richtet er zwar auf die Hatz im Dschungel, doch es gibt auch drei Entwickler und Programmierer, welche wiederum von höherer Instanz instruiert werden. Der ethische Aspekt wird zwar angerissen, doch er bleibt ebenso unterentwickelt wie die Motivation der Umprogrammierung der Roboter, - schließlich ist hinlänglich bekannt, dass Künstliche Intelligenz ohne Kontrollsystem irgendwann eine gefährliche Eigenregie übernehmen kann.
Dies untermauert der recht kompromisslose erste Teil mit relativ hohem Bodycount, während darauf folgend der Kreis der Fliehenden regelmäßig dezimiert wird. Zwar erweisen sich die Kulissen als weitgehend abwechslungsreich und Ruinen sowie Höhlen werden ins rechte Licht gerückt, doch auf Dauer wiederholen sich einige Vorgänge, während die Programmierer im Grunde nur recht passive Rollen einnehmen. Noch unnötiger erscheint da die Funktion eines befehlshabenden Majors (Neal McDonough), der allein in seinem Kämmerlein entweder telefoniert oder wütend auf den Monitor blickt.
Jedoch kann sich die Action weitgehend sehen lassen, was primär an den überzeugend eingeflochtenen Robotern liegt, die per Motion-Capture-Technik realisiert wurden und sich den örtlichen Gegebenheiten hervorragend anpassen. Auch körperliche Auseinandersetzungen gehen mit einigem Wumms einher und manche Gewalteinlagen sind hinsichtlich einer FSK16 nicht ohne, spätestens beim Zertreten von Köpfen und einer abgezogenen Gesichtshaut.
Die Einlagen in einer Mischung aus versierten praktischen Effekten und zweckdienlichen CGI sehen technisch hochwertig aus.
Während darstellerisch wenig anzukreiden ist und auf audio-visueller Ebene passabel geliefert wird, leidet das Debüt insgesamt unter einigen Längen, was angesichts der Laufzeit von 131 Minuten kaum wundert. Obgleich einige emotionale Momente einen angemessenen Kontrast zu den Kampfmonstern bilden, wird insgesamt etwas zu viel gejammert und unterm Strich mangelt es an erinnerungswürdigen Momenten.
Dennoch ist das Werk für ein Debüt beachtlich ausgefallen und wer sich in den Bereichen Action und Sci-Fi heimisch fühlt, könnte einen Blick riskieren.
6 von 10