Die Welt ist nicht nur schwarz und weiss
„C'mon C'mon“ beschäftigt sich intensiv mit Kindern und der Zukunft. Oder zumindest tut er so… Erzählt wird von einem Radioreporter, der quer durch die Staaten Interviews mit Minderjährigen führt und ihre Meinungen über die Zukunft, Probleme und (hoffnungsvollen wie düsteren) Ansichten, Aussichten aufnimmt. Doch als er wegen einem krankheitsbedingten Zwischenfall in der Familie eine längere Zeit auf seinen kleinen Neffen aufpassen muss und ihn u.a. mit nach New York nimmt, wird er wesentlich direkter mit der Jugend, seiner Familie, seiner Vergangenheit und einer möglichen Zukunft konfrontiert als er für möglich hielt…
Ein Film des Zuhörens
Gut gespielt. Top gefilmt. Wichtige Themen werden angesprochen (oder zumindest angeschnitten). Als Vater sollte man noch mehr Anknüpfungspunkte zu der „Story“ haben. Warum hat „C'mon C'mon“ bei mir dennoch nicht gezündet, geklickt, aus allen Rohren gefeuert? Warum habe ich persönlich keine echte Verbindung zu ihm aufbauen können und warum hat er mich relativ kühl gelassen? Schwer zu sagen. Manchmal ist dem einfach so. Vielleicht habe ich die Connection von Phoenix und dem kleinen Jungen nicht gefühlt und geglaubt. Vielleicht waren Konflikte und Spannungen nicht klar genug. Vielleicht wirkten Themen wie „Depressionen“, „Jugend“, „Erziehung“ und „Zukunftsängste“ eher wie Plattitüden ohne Anker in der eigentlichen Geschichte. Wer weiß. In jedem Fall ist’s einer der schönsten modernen Filme in schwarz-weiss, so viel ist sicher. Die Handlung war für mich aber leider beiläufig. Irgendwo im ultrahübschen Niemandsland der Gefühle zwischen Allen, Fellini und De Sica - nur ohne deren Blick für Details, ohne deren Einfühlungsvermögen, ohne deren Komik und Raffinesse. Was bleibt ist schon ein wenig „Fassade“ für meinen Geschmack… Selbst wenn Einzelbilder und Momente „Klassiker“ förmlich aus jeder Filmpore schreien, hat er mich auf seiner Reise ein wenig verloren und unterwältigt.
Fazit: etwas phrasendrescherisch und fast schon „zu neutral“, aber insgesamt dann doch wichtig, süß und ultrahübsch. „C'mon C'mon“ meint es nur gut. Er müsste mir eigentlich besser gefallen… Und nicht jeder Film muss auch Antworten für seine Fragen liefern. Vielleicht liegt’s an mir diese mir momentan nicht selbst zu erarbeiten… Oder auch nicht.