Die Cartoons des US-Kindersender Nickelodeon haben eigentlich größtenteils das Glück, dass sie nicht nur bei der Zielgruppe sehr gut ankommen, sondern meist auch darüber hinaus. Serien wie "Rockos modernes Leben", "Ren & Stimpy" oder derzeitig "Spongebob Schwammkopf" begeistern nicht nur die Kiddies, sondern auch die erwachsen gewordenen Kinder unter uns. Bei den "Rugrats" ist das allerdings etwas anderes. Während sich auch hier die Kinder prächtig amüsieren können, so kriegen die Großen doch meist immense Kopfschmerzen, von dem Gekreische von Tommy, Chucky, Phil, Lil, Angelika und wie sie alle heißen mögen. Und da geht es einem bei dem dritten Leinwandausflug "Die Rugrats auf Achse" eigentlich nicht anders.
Storymäßig ist der Film ein Cross-Over der Serien "Die Rugrats" und "Die Abenteuer der Familie Stachelbeere". Denn die Pickels stranden, zusammen mit all ihren befreundeten Familien, in ihren Sommerferien zufällig auf der Insel, auf der die Abenteuerer-Familie Stachelbeere gerade wieder auf Leoparden-Jagd ist. Das dabei nichts anderes rauskommen kann als pures Chaos, dürfte dabei jedem logisch sein, der diese beiden Kinder-Serien kennt. Denn in beiden regiert das, natürlich kinderfreundliche, Chaos, dass sich aber meist auf Windelpupser-Witze etc. beschränkt, zumindest was die Rugrats angeht. Und somit dürfte die Geschichte auch wirklich nur die ganz Kleinen unter uns ansprechen, die sich natürlich am meisten mit den Figuren identifizieren können.
Allen voran natürlich mit den Babys, die wieder einmal das genaue Abziehbild dessen darstellen, was das "Baby von heute" nun mal so ausmacht. Sprich es wird viel Quatsch gemacht, alles mögliche in den Mund gestopft, sich gegenseitig beschnuppert (ein Baby leckt z. Bsp. einem anderen die Füße ab) und vieles mehr. Kleinkinder werden dabei natürlich nicht mehr aus dem Grölen herauskommen, denn schließlich sind ihnen die Figuren mitunter recht ähnlich, auch wenn hier alles natürlich "typisch amerikanisch" ist.
Erwachsenen werden die ewigen Quengeleien der Brut aber schnell auf die Nerven gehen. Denn egal ob es nun die Rugrats sind oder die (etwas reiferen) Stachelbeeren, wirklich etwas Tiefgründiges oder wirklich Ansprechendes wird einem als Erwachsener hier nicht geboten. Als Ausnahmen könnten da höchstens einige Anspielungen auf Filme angesehen werden, wie z. Bsp. Angelikas "Ich bin der König der Welt" (inkl. entsprechender Musik)-Anspielung auf "Titanic" oder die berühmt berüchtigte Schluss-Szene aus "Der Planet der Affen", die durch eine Puppe im Sand dargestellt wird. Ansonsten aber sollten die Großen lieber in einer Zeitung blättern oder sich an dem Spaß, den ihre Kinder daran haben, amüsieren.
Was die Inszenierung angeht, halten die Animationen ein relativ gutes Niveau ein, dass zwar nicht wirklich mit denen eines Disney-Films konkurrieren kann, aber dennoch ordentliche Zeichentrick-Qualität bietet. Die Animationen sind flüssig und bieten eine gute Show fürs Auge. Dazu kommt noch die passende Sounduntermahlung inkl. der gelungenen Synchronisation, die alle Sprecher beinhaltet, die auch schon an den Serien und den früheren Filmen beteiligt waren. Zuzüglich Manfred "Bruce Willis" Lehmann, der hier dem Rugrats-Köter Spike seine Stimme leiht. Gut so!
Fazit: Für Kleinkinder eine Riesengaudi, für Erwachsene die nächste Attacke auf das so lawede Nervenkostüm. Während sich die Kleinen wirklich wunderbar, über die lustigen Abenteuer der Windelpupser, amüsieren können, da die Figuren durchaus realistisch sind und sich die Kids deshalb prima mit ihnen identifizieren können, werden die Erwachsenen, von dem ewigen Gekreische und Gebrülle, bald am Rande der Verzweiflung sein. Deshalb kann es nur heißen, Kinder vor die Glotze gesetzt und sich selbst ein gutes Buch gekrallt, dann gehen die 78 Minuten Laufzeit, für beide Seiten, schnell vorbei!
Wertung: 5/10 Punkte