Review

Im Jahre 1994 war es, als Jim Carrey und Jeff Daniels sich, mit den Rollen des dummen Loyd Christmas und dem noch dümmeren Harry Dunne (oder war es umgekehrt?), in die Herzen der Fans von derber Comedy-Kost spielten. Die teils recht deftigen Gags, gepaart mit der idealen Verkörperung der Figuren durch ihre Darsteller, brachte ein Gag-Feuerwerk zu Stande, welches sich kaum einer wirklich entziehen konnte: "Dumm und Dümmer". Viele Jahre später sollte nun mit "Dumm und Dümmerer" die Vorgeschichte dazu erzählt werden. Doch was machen, wenn die Stars von damals, mittlerweile zweistellige Millionengagen für ihren Auftritt verlangen würden? Klar, man nimmt zwei Jung-Darsteller, die niemand kennt. Und schon war der Grund für derbste Verrisse bei Kritik und Publikum gefunden. Und fürwahr, überflüssig ist diese ganze Idee auch wirklich irgendwo. Aber so dramatisch schlecht wie gerne überall gemacht, ist das Endergebnis dann doch nicht.

"Dumm und Dümmerer" erzählt, wie schon erwähnt, die Vorgeschichte zum Comedy-Hit. Es geht darum, wie sich die beiden Obertrottel kennengelernt haben und wie sie ihre Zeit auf der Schule verbrachten. Dabei sind sie aber natürlich schon genauso dämlich, wie zu dem Zeitpunkt, als das Original spielt. Kein Fettnäpfchen lassen die Beiden aus, keine noch so peinliche Dummheit wird von ihnen vermieden. Und als wäre das nicht genug, müssen sie ihren bösartigen Direktor noch das Handwerk legen. So gesehen, ist das Storygerüst auch gar nicht mal so schlecht ausgefallen und passt eigentlich ganz gut zur angepeilten Idee. Zudem hat man sich auch einige nette Sachen einfallen lassen, z. Bsp. wie Loyd sich seinen Zahn abgebrochen hat oder wie das berühmte "Du bist"-Spiel zwischen den Beiden entstanden ist. Das die Story aber unterm Strich natürlich trotzdem nicht sonderlich innovativ ist und auch in keinster Weise Tiefe besitzt, versteht sich da fast von selbst.

Hauptsächlich kommt es bei einer Comedy aber sowieso auf die Qualität der Gags an und die schwankt mitunter sehr stark. Der Trottel-Humor des Vorgängers ist dabei größtenteils erhalten geblieben, wobei man es aber manchmal versäumt hat, den Blödelhumor so herrlich zu überspitzen, wie im Original. Auch die Derbheit blieb hier größtenteils auf der Strecke. Meist wirken die Witze harmlos auf den Zuschauer, können ihn aber mitunter auch zum Schmunzeln animieren. Herrlich z. Bsp. die Szene in der Loyd seinem Kumpel, durch ein Fenster, dabei hilft, ein Mädchen anzubaggern. Oder auch die Szene, in der sie einen Jungen bestechen wollen, ihnen einen Softdrink aus der Tankstelle zu holen, dieser aber einen Dollar dafür verlangt und von Harry zu hören bekommt: "Machst du es auch für 5 Dollar?"! Diese Trotteligkeiten, von denen es in dem Film zu Hauf gibt, sind des öfteren so hohl wie eine leere Flasche und zünden auch nicht immer, aber ab und an kann man sich schon darüber amüsieren.

Ebenfalls positiv ist zudem die Tatsache, dass auf den sonst so typischen Fäkalhumor oder Ähnlichem gänzlich verzichtet wurde. Bis auf eine angedeutete Szene, bleibt der Humor hauptsächlich über der Gürtellinie und verliert sich nicht in Schweinereien. Meist sind die Gags einfach nur dämlich, aber sauber!

In Sachen Inszenierung bleibt alles soweit auf typischem Comedy-Niveau. Hervorzuheben sei aber die Auswahl der Musikstücke, die durch die Bank weg unterhalten kann. Vor allem wenn, bei einem Rettungsversuch durch Loyd und Harry, der Rock-Klassiker "The Eye of the Tiger" erklingt, merkt der Zuschauer, dass die Musikauswahl mehr als gelungen ist.

Was die Darsteller angeht ist dafür allerdings größtenteils Trauerflor angesagt, sieht man einmal von Eugene Levy (als bösartiger Direktor) und Eric Christian Olsen ab. Vor allem Olsen spielt den Part, des verblödeten Loyd, doch manchmal verblüffend annehmbar. Sein Mimenspiel erinnert sogar manchmal an das große Vorbild, wobei er dabei aber natürlich nie und nimmer an Carrey heran reicht. Sein Gegenpart, Derek Richardson, ist dagegen, als Harry, überhaupt nicht zu gebrauchen und sollte seine Karriere als Schauspieler schnellstmöglich an den Nagel hängen.

Fazit: Zwar überflüssig wie ein Kropf, ist dieses Prequel, zu einem der größten Komödien-Hits aller Zeiten, bei weitem nicht so schlecht, wie es allerorts gemacht wird. Die Filmstory ist soweit ganz annehmbar und auch über die Blödel-Gags kann man ab und an ganz herzlich schmunzeln. Natürlich sollte man den Streifen nie mit dem Original vergleichen, denn da kann er nur verlieren. Aber für einen schnellen, anspruchslosen Comedyhappen für zwischendurch, kann man "Dumm und Dümmerer" durchaus benutzen. Gebraucht hat ihn sicher niemand, aber jetzt wo er schon mal da ist, kann man ruhig mal reinschauen!

Wertung: 5/10 Punkte

Details
Ähnliche Filme