Review

Eigentlich gibt es kaum etwas, das die Feuerwehrfrau Hannah Faber (Angelina Jolie) aus der Ruhe zu bringen vermag, doch derzeit ist ihre Stimmung gedrückt: bei ihrem letzten Einsatz mit den Feuerspringern hatte sie die Windrichtung falsch berechnet, wodurch drei junge Burschen nicht mehr rechtzeitig den Flammen entkommen konnten. Gleichwohl derlei Fehler immer passieren können und sich sämtliche Kollegen solidarisch zeigen, läßt dieser Vorfall Hannah einfach nicht los.
Während die Singlefrau auf einem Feuerturm in den Wäldern Montanas Wache hält, setzt sich ein Buchhalter mit seinem jungen Sohn ins Auto, um in genau diesen Wäldern Schutz zu suchen: sein Chef wurde nämlich gerade durch ein Killerkommando ermordet und er wähnt sich selbst in höchster Gefahr. Sein Schwager Ethan Sawyer (Jon Bernthal) von der örtlichen Polizei ist Sheriff und kann den beiden, zumindest aber dem jungen Connor (Finn Little) gegebenenfalls Schutz gewähren. Diese Einschätzung stellt sich als richtig heraus, denn die beiden hochprofessionellen Killer fangen den Buchhalter auf der Strasse ab, drängen den Wagen in einen Abgrund und erschiessen den Vater. Der kann seinem Filius zuvor gerade noch ein paar Dokumente in die Hand drücken, bevor der etwa 12-Jährige durch Büsche und Bäume gedeckt alleine davonläuft.
Doch die Killer riechen den Braten und setzen nun, von ihrem Auftraggeber unter Druck gesetzt, alles daran, den Jungen zu liquidieren. Hierzu überfallen sie Ethan, den sie als Druckmittel gegen seinen Neffen benutzen wollen. Aber der ist mittlerweile bereits in der Obhut von Hannah gelandet, die schnell dessen Vertrauen gewinnt und den jungen Mann unter allen Umständen beschützen will. Nicht nur vor den Auftragskillern, sondern auch vor der von diesen entfachten Feuerwalze, die sich auf den Feuerturm zubewegt...

Basierend auf einem Roman hat Regisseur und Drehbuch-Coautor Taylor Sheridan mit seinem They Want Me Dead eine ausgewogene Mischung aus Thriller und Katastrophenfilm abgedreht, der zwar keinen Millimeter von den üblichen Genre-Konventionen abweicht, aber dennoch gut zu unterhalten weiss. Trotzdem die Verfolger nicht nur brutal, sondern auch intelligent vorgehen, scheitern sie im Endeffekt an der toughen Feuerwehrfrau, deren Erfahrung mit Waldbränden erwartbarerweise das Überleben des jungen Burschen sichert.

Angelina Jolie nimmt sich in ihrer Rolle als nachdenkliche Feuerspringerin sehr zurück, spricht nur das nötigste, unterdrückt zeitweilige Verletzungen und hält sich weitgehend dezent im Hintergrund, womit sie Sympathien gewinnen kann. Erneut eine starke Frauenrolle, die im Vergleich mit Jennifer Lopez´ Rächerin im gerade erschienenen 2023er The Mother mit deutlich mehr Herzblut zu Werke geht. Gleichwohl They Want Me Dead mit sichtlich bescheidenerem Budget produziert wurde, kann der Streifen, der nebenbei die Arbeit der Feuerspringer und deren lockeren, kameradschaftlichen Umgangston würdigt, in fast jeder Hinsicht mehr überzeugen als JLOs seelenloser Thriller.

Trotz des unspektakulären Finales (über die Hintermänner der Killer sowie die Veröffentlichung des kompromittierenden Materials erfährt man nichts mehr) ein durchwegs annehmbarer Actioner, über dessen wenig ausgefeilten Plot man angesichts spektakulärer Wald(brand)-Perspektiven gerne hinwegsieht: 6 Punkte.

Details
Ähnliche Filme