Review

Clowns sind aus dem Horrormetier einfach nicht mehr wegzudenken und mittlerweile ein Selbstläufer mit Wechselwirkung. Erst die Neuauflage von „ES“, kurz danach einige Idioten mit Clownsmaske, die einige Leute in Angst versetzten, was wiederum Regisseur Sean Roberts aufgriff, um darauf sein drittes Werk zu stützen: Home Invasion mit deutlich mehr Defiziten als guten Ansätzen.

Sieben College-Absolventen um die Brüder Derrick und Dom wollen es in einer abgelegenen, jedoch großzügig eingerichteten Waldhütte noch einmal krachen lassen. Während einiger Krisen und Streitereien scheint niemand die Warnungen im Radio zu registrieren, bei denen vor Terror in einsamen Gegenden die Rede ist. Bis es mitten in der Nacht laut an der Tür klopft…

Wenn bei einer kurzen Laufzeit von 80 Minuten etwas mehr als die Hälfte dem Vorspiel gewidmet wird, ist es mit dem anschließenden Terror meist nicht weit her. Zwischen vermeintlicher Schwangerschaft, Telefonärger mit dem Coach und zwei ungleichen Brüdern mit einer Knasterfahrung erscheint niemand sympathisch genug, um ein Mitfiebern zu ermöglichen. Zudem ergeben sich schlicht lahme Momente, wenn ewig gespült oder am Quad herumgeschraubt wird, während die Stimmung in der Gruppe überwiegend negativ ist und von der Bedrohung durch die Clowns für ein paar Sekunden eine Egoperspektive bemüht wird, um überhaupt ein Zeichen von Anwesenheit zu setzen.

Mit dem einsetzenden Terror geht es jedoch nicht rund, sondern es wird beinahe umgehend zappenduster, weil die Clowns den Strom abdrehen, nachdem sie bereits sämtliche Handys aus den Räumlichkeiten stibitzten (wie auch immer das unbemerkt vonstatten gegangen sein soll). Ein Zippo als einzige Lichtquelle ist da nicht sonderlich ergiebig, wonach etwaige Gewaltakte im diffusen Halbdunkel untergehen, nur ein Messer durch eine Kehle ist halbwegs deutlich auszumachen. Allerdings auch ein völlig unglaubwürdiger Abgang, bei dem die letzten Zuckungen bis zum jüngsten Tag anzudauern scheinen.

Doch es kommt noch besser, denn als eigentlich der Showdown einsetzten müsste, folgt unmittelbar der Abspann. Keine Auflösung, keine Pointe und eine entfernt aufheulende Sirene bleibt ebenso nebulös wie die Absichten der Eindringlinge, denn obgleich der Anführerclown vergleichsweise viel schwatzt, bleiben etwaige Beweggründe außen vor.
Umso mehr bleiben einige Fragen im Raum, denn wer nimmt zu einer Party gleich zwei Schwangerschaftests mit, wo erhält man drei Jahre Knast für versuchten Autodiebstahl und warum hat sich der Sicherungskasten versteckt?

Die schwachen darstellerischen Leistungen fügen sich recht gut ins Bild der Indie-Produktion, die lediglich mit einigen gelungenen Vogelperspektiven aufwarten kann und sich mit dem spärlich eingesetzten Score auf einer akustisch brauchbaren Ebene befindet. Ansonsten bleiben rund 15 Minuten Terror im Halbdunkeln, bei dem die wenigen Gewalteinlagen nichts mehr retten.
Knapp
3 von 10

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