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Haie sind schon längst nicht mehr ans offene Gewässer gebunden, - das wissen Tierhorrorfans und Trashfreunde spätestens seit der Reihe um „Sharknado“. Bei Regisseur Jose Montesinos passt er sogar in ein Wasserglas, doch von dem Aufhänger eines lästigen Hais sollte man sich nicht täuschen lassen, da es entgegen einiger Erwartungen keinesfalls um Tierhorror geht.

Seit einem Jahr ist Liz (Angelica Briones) traumatisiert, als sie schwer verletzt einen Haiangriff überlebte, bei dem ihre Schwester Payton (Marissa Godinez) und ihr Freund Seth starben. Trost und Unterstützung erhält sie von ihrer Freundin Berta (Terra Strong). Doch als sich neben wiederkehrenden Alpräumen auch noch die Erscheinungen der beiden Verstorbenen hinzu gesellen, verschlechtert sich Liz` Gemütszustand zusehends…

Das kammerspielartige Drama ist definitiv nichts für abenteuerlustige Filmfans, die sich mit den üblichen Abläufen auf offener See zufrieden geben, bei denen ein Hai mehrere Male blutig zuschlägt, bevor die Bestie erledigt wird (und Partner oder Kinder des Tieres überlebt haben). Zwar gibt es eine angedeutete Attacke auf Liz im Wasser, doch dies ist ein wiederkehrender Bestandteil eines Alptraums, deren Abläufe kaum variieren.

Ohnehin besteht ein Großteil der Geschichte aus Wiederholungen. Als Zwischenschnitt erfolgt die immer gleiche Einstellung einer Straße aus der Vogelperspektive, der Hauseingang ist mehrfach zu sehen und der Hund liegt fast immer an derselben Stelle auf dem Bett, sobald Liz erwacht. Immerhin gab man ihm den Namen Brody als kleine Reminiszenz an „Der weiße Hai“.

Stimmt die Tatsache einer gleichgeschlechtlichen Beziehung, die immerhin schwarzweiße Grenzen überwindet anfangs noch hoffnungsvoll, dominieren alsbald weltfremde Dialoge, Bagatellhandlungen und das unglaubwürdige Verhalten einer Therapeutin, welche Liz regelmäßig aufsucht. In der ersten Hälfte wird der Hai teils etwas ungelenk in die Landschaft geworfen, indem er sich vom Fenster aus nähert oder im Flur seine Runde schwebt. Später verschwindet diese Erscheinung und macht den Toten Platz, die in ihrer betont blassen Aufmachung deutlich an die aus „American Werewolf“ erinnern.

Hier sorgt Payton in ihrer leicht zynisch-rotzigen Art für kleine Lichtblicke, zumal einige Körperteile zu bröseln beginnen, was Darstellerin Marissa Godinez mit sehr gutem Gespür fürs Timing toll auf den Punkt bringt. Demgegenüber springt der Funke bei den übrigen Mimen kaum über, die dazugehörige Synchro ist allerdings auch nicht sonderlich professionell.

In den letzten Minuten ist man gar um eine kleine Wendung bemüht, doch da diese in nur einer Szene herausgepresst wird, kommt der Effekt fast gar nicht zur Geltung, zumal die Pointe nicht wirklich innovativ erscheint. Verbessern kann sie den Gesamteindruck kaum, doch immerhin endet die Chose nicht offen und lässt nur wenige Fragen unbeantwortet zurück.

Low Budget mit billigen CGI und nur ein, zwei nennenswerten Gewalteinlagen ist nicht das Problem des schwach ausgestatteten Streifens. Eher ist es eine Vielzahl von Szenen, die das Treiben rein gar nicht vorantreiben, während die Entwicklung der Hauptfigur kaum Empathie schürt. Einige wenige Auflockerungen kaschieren noch ein wenig, doch die negativen Aspekte überwiegen deutlich.
3 von 10

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