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"Ich hab da so meine Erfahrungen mit Haien, wissen sie."

Erneut kündigt sich ein Sommer an, der zahlreiche Touristen an die Küste von Amity lockt. Als allerdings ein toter Orca mit riesigen Bisswunden an den Strand gespült wird, beschleicht Polizeichef Martin Brody (Roy Scheider) der Verdacht, dass erneut ein weißer Hai in den Gewässern sein Unwesen treibt. Ein Fehlalarm und der Mangel an Beweisen veranlassen Bürgermeister Larry Vaughn (Murray Hamilton) dem übermütigen Brody seine Kündigung zu reichen. Brody lässt aber nicht locker und setzt nach dem verschwinden von mehreren Personen selbstständig die Segel in die Gewässer um seine Kinder von einem Ausflug zurück zu holen.

Aufgrund des Erfolgs von "Der weiße Hai" war eine Fortsetzung bestenfalls eine reine Formsache. Allerdings ohne die Beteiligung von Steven Spielberg. Seinen Platz übernahm Jeannot Szwarc ("Supergirl"). Die Erwartungen, dadurch neue, weiterführende Aspekte vorzufinden werden allerdings nicht erfüllt. "Der weiße Hai 2" erzählt die Geschichte seines Vorgängers beinahe erneut und schmückt sie mit Teen-Horror-Klischee aus.

Das große Problem von "Der weiße Hai 2" ist, dass Steven Spielberg zuvor bereits alle relevanten Aspekte der Geschichte ausgeleuchtet hatte. Allein der Handlungsaufbau gerät in der Fortsetzung noch schwerfälliger als der Vorgänger. Die Versuche zwei parallel verlaufende Handlungsbögen zusammen zu flicken schlagen fehl.
Dies liegt an den stereotypen Figuren, die so gar keine Bezüge zum Publikum aufbauen wollen, stattdessen mittels typischen Merkmalen des Teen-Horror nerven. Unkontrolliert, hysterisch schreiende Frauen und unvernünftig agierende Heranwachsende sind für den Film definitiv keine wegweisende Bereicherung.

Teil 1 eröffnete mit dem Auszug in die Gewässer eine ganz eigene bedrohliche Dynamik. Diese findet sich in "Der weiße Hai 2" nicht wieder. Dank der sehr vorhersehbaren Ereignisse entwickelt sich weder eine spürbare Furcht noch eine schauderhafte Intensität. Und auch wenn der titelgebende Star nun öfter seine Auftritte hat erweisen sich diese als emotional belanglos und inszenatorisch schwach.

Bei den Darstellern sieht es nicht besser aus. Einzig Hauptdarsteller Roy Scheider ("Der Marathon-Mann") gestaltet seine visuelle Präsenz als charmant und abwechslungsreich. Die Jungdarsteller verblassen, so wie es eigentlich in der B-Movie Sparte üblich ist.

"Der weiße Hai 2" ist eine ganz schöne Enttäuschung. Nichts ist mehr von der Intensität des ersten Teils übrig und identische Muster in Geschichte und Charakterdarstellung hindern den Film an der Selbständigkeit. Haarsträubend und unpassend sind die neu hinzu kommenden Elemente aus dem Teen-Horror sowie die daraus resultierenden Klischees. Da die Handlung sehr konstruiert ist, langweilt sie ohne Überraschungen zu bieten und reicht zusätzlich zahllose Unglaubwürdigkeiten nach. Kaum positive Aspekte sind hier sichtbar, ausser, dass der Film technisch sauber ist.

2 / 10

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