Review
von Leimbacher-Mario
Se(lt)same Street
„Nicolas Cage nimmt auch jede Drecksrolle an!“. Freche und schon länger nicht mehr wirklich negativ zu wertende Aussage. Denn ist es nicht sogar richtig toll, wenn (neben fast schon modernen Klassikern a la „Mandy“ und „Pig“) dabei sowas positiv Durchgeknalltes und Banales wie „Willy's Wonderland“ rauskommt? „Meet The Feebles“ trifft auf „Puppet Master“? „The Country Bears“ aus Alptraumanien? In diesem kindlich-düsteren Mitternachtswahnsinn muss Cage es als abgefuckter Hausmeister (?) in einem „Wunderland“ voller mörderischer Riesenpuppen eine Nacht lang aushalten…
„Willy's Wonderland“ hat einen spaßigen Cage, der nahezu ohne Worte dennoch seine Aura und sein Overactingtalent einsetzen kann. Denn Overacting ist nicht gleich Overacting. Und sein's wird scheinbar nie alt. Die restlichen und mit der Zeit auftauchenden Kids sind austauschbares Kanonenfutter, es gibt quasi nur den einen Schauplatz, Splatter wirkt nur halb so gut wenn der rote Lebenssaft aus riesigen Puppen/Kostümen kommt und insgesamt merkt man das mit Sicherheit mickrige Budget und die wenigen weitergehenden Ideen deutlich. Außer der gar nicht schlechten Ausgangslage und den fiesen Ursprüngen der besessenen Puppen gibt’s hier erstaunlich wenig. Für einen bierseligen Wochenenderöffner an einem freien Freitagabend reicht das. Aber für seine Möglichkeiten, das was man sich im besten Fall erhofft und wohin die Reise hätte gehen können, ist das super schwachbrüstig. Spannung sucht man auch vergebens. Oft ist’s zu dunkel aufgenommen. Alles immer wieder Nadelstiche in einem sonstigen Sympathiewerk.
Fazit: seelenlos wie eine leere Puppe. Und dennoch ein kurzweiliger Slasher der altmodischen Sorte. Leider eher als Kurzfilm denkbar und wirkungsvoll als auf über 80 Minuten aufgebläht.