Seit den Erfolgen von Tarantino, später Guy Ritchie, versuchen diverse Filmemacher in unregelmäßigen Abständen einen coolen Film hervorzubringen. Coolness lässt sich bekanntermaßen nicht erzwingen und das reine Kopieren von Stilmitteln wie das Einblenden von Figurennamen in halbwegs kreativer Form war bereits in den 90ern nicht mehr sonderlich innovativ.
Serena (Camille Rowe) leitet einen Fight Club im Untergrund und setzt den Kämpfer Hard Eight (Moe Dunford) mit dem Leben seiner Frau unter Druck. Kurz darauf befindet sich jener Kämpfer im Verhörraum der Polizei und soll als einziger Überlebender erklären, wie er das Massaker überstehen konnte und wer die Hintermänner des illegalen Treibens sind…
Regisseur, Autor und Nebendarsteller James Kermack liefert mit seinem zweiten Langfilm eine Mixtur aus Action, Comedy und Thriller und offenbart durchaus ambitionierte Ansätze.
Die Geschichte wird mit zahlreichen Zeitsprüngen vorgetragen, welche oft nur wenige Augenblicke zurück reichen, während sich eine grob gezeichnete Animationssequenz einer optisch eher grobschlächtigen Hintergrundgeschichte widmet. Das sorgt einerseits für Abwechslung, lässt andererseits einige Male den Fokus verwischen, weil schlicht zu viele Nebenfiguren mitmischen, die nahezu allesamt deutlich zu mitteilungsbedürftig sind.
„Knöchelstaub“ deutet titelgemäß zwar auf einige Action hin, doch die Fights sind eher rar gesät. Während einer direkt an eine Sequenz aus „Oldboy“ angelehnt ist, gehen Choreo und Inszenierung in Ordnung, sonderlich blutig oder gar akrobatisch fallen die Kämpfe hingegen nicht aus. Eine körperliche Konfrontation in einem Lift untermauert zumindest, dass ein gutes Gefühl für entsprechende Perspektiven vorhanden ist, um diverse Tritt, Hiebe und Griffe glaubwürdig aussehen zu lassen.
Was fast durchweg scheitert, sind die vagen Humoreinlagen. Versucht eine Spezialeinheit auf Kommando eine Tür zu öffnen, doch nach dem Herunterzählen bewegt sich niemand, folgt dem eine schlichte, doch effektive Pointe. Wortspiele fallen indes oft plump aus oder wurden ungünstig übersetzt und auch das bewusste Overacting einiger Figuren trägt nicht unbedingt zum Spaßfaktor bei.
Das deutlichste Manko ist der Mangel an Suspense. Phasenweise fallen die Dialoge zu lang und gleichermaßen zu unbeholfen aus und während die erste Hälfte noch einigermaßen Abwechslung bietet, geht dem Treiben in der zweiten deutlich die Energie aus. Die finale Pointe kommt wenig überraschend und auf so etwas wie einen Endkampf zwischen Gut und Böse wartet man vergeblich, was dem vermeintlichen Showdown endgültig den Wind aus den Segeln nimmt.
Etwas mehr Action, ein paar Kämpfe zusätzlich hätten innerhalb der etwas zu lang erscheinenden 145 Minuten womöglich etwas mehr Kurzweil geliefert, als die vielen Nebensächlichkeiten, die das Ding nur unnötig aufblähen. Inszenatorisch als auch darstellerisch ist nicht viel zu bemängeln, doch das Endergebnis ist bei weitem nicht so clever und durchtrieben wie es uns weismachen will.
5 von 10