'Im Garten der Qualen' basiert auf dem Roman 'Der Garten der Qualen', der - man höre und staune - bereits 1899 veröffentlicht wurde und als Skandalbuch in einigen Ländern verboten wurde.
Die filmische Adaption fristet bis heute ein Nischendasein und auch wenn der Film schlecht gealtert ist, so zeigt er im Kontext seiner Entstehungszeit und im Hinblick auf seine expliziten Inhalte doch allerhand Härten, insbesondere indem er Elemente des Erotischen, des Surrealen und des Destruktiven rigoros vermengt. Visuelle Sinnesreizungen durch erotische Eskapaden werden immer wieder durch Einblendungen von Folter, Verstümmelung oder Verwesung unterminiert. Freigeist, Trieb und Hingabe werden mit ihren Gegensätzen fortwährend in Stücke gefetzt.
So geht es nicht nur um die vulgäre Zurschaustellung oder Triebbefriedigung. Es geht um Obsession, um Ästhetik, um Sucht und Abhängigkeit aber auch um Macht und politisches Ansehen, um Hierarchien und Patriarchate. Hinter der offensichtlichen Darbietung und Ausgestaltung des Films verbirgt sich also allerhand intellektueller Interpretationsraum. Ob man sich dem hingeben will, bleibt jedem selbst überlassen.
Da der Film wirklich schlecht gealtert ist und mit allerlei Dialoglängen durch seine Spielzeit mäandert, kann er heute nicht mehr überzeugen und maximal dem cineastischen Blickwinkel genügen. Die zeitgenössischen Veröffentlichungen (zuletzt Vidiots Mediabook: Stand 2025) haben bei guter Bildqualität einen miserabel dumpfen Ton.
Fazit: Bizarre Genreperle, die optisch leider maximal schlecht gealtert ist.