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Der Slasher scheint immer noch ein beliebtes Genre für Einsteiger im Filmgeschäft zu sein, weil es so vermeintlich einfach klingt, ein paar Figuren von einem Maskierten abmurksen zu lassen. Regieneuling Jacob Johnston dürfte spätestens nach den fast durchweg negativen Kritiken feststellen, dass es weitaus schwieriger ist, ein seit „Scream“ verwöhntes Publikum zufrieden zu stellen.

Die ungleichen Schwestern Pierce und Ivy werden von einigen Bekannten zu einem EDM-Festival begleitet. Eher zufällig trifft Pierce auf den angesagten DJ Dreamcatcher, was nicht ohne Folgen bliebt. Kurz darauf wird jemand aus der Gruppe ermordet…

Johnston wirkte bereits bei einigen Blockbustern im Marvel-Bereich in der optischen Abteilung mit, was seinem Erstling leider gar nicht zugute kommt. Im Gegenteil. Das besagte Festival darf man sich als Rave in einem kleinen Industriekomplex vorstellen, wo es 2019 (Drehzeit) immerhin noch möglich war, eine gute Handvoll Statisten ohne Einschränkung zum Tanzen zu bringen. Erfahrungsgemäß ist es hier vornehmlich düster, während einige Lichter flackern, - wenn innerhalb dieser Szenerie noch mit einer Kollage und Überblendungen gearbeitet wird, ist es mit der Übersicht rasch dahin.

Übersichtlich bleibt eher das Figurengefüge, denn der Kreis der potenziellen Verdächtigen ist klein und sofern nicht eklatante Regiefehler vorliegen, können im Verlauf einige Personen ausgeschlossen werden. Nachdem der erste Mord in Form eines zertretenen Schädels ein durchaus beachtenswertes Signal in Richtung Splatter zu geben scheint, verlaufen die nachfolgenden Ableben eher zahm, mit Einsatz von Stichwaffen oder einer Plastiktüte. Die Todesszenen bleiben beileibe nicht in Erinnerung.

Genauso verhält es sich mit dem Erscheinungsbild des Killers, der neben der obligatorisch dunklen Kleidung nur eine Vogelmaske aus Plastik trägt und kaum für länger anhaltende Konfrontationen sorgt. Die Kills sind rasch erledigt und obgleich hier und da etwas Gegenwehr auszumachen ist, fallen die tödlichen Begegnungen kaum spannend aus, was sich auch zum Finale kaum ändert.

Anbei versucht die Geschichte mithilfe einer skrupellosen Agentin ein ambivalentes Licht auf die Vermarktung bekannter DJs zu werfen, was aber genauso oberflächlich bleibt, wie das Zitieren von „Macbeth“ oder das Erwähnen von Goethes „Faust“. Überhaupt wird zwischenzeitlich zu ausgiebig geschwafelt, was angesichts der wenig sympathischen Figuren keinen Unterhaltungswert beiträgt. Auch nicht, dass einige Kerle ausgiebig mit freiem Oberkörper in Szene gesetzt werden, während sich die Damenwelt auffallend zugeknöpft präsentiert.

Der halbwegs ambitionierte Score vermengt sich mit einigen EDM-Tracks, die auch mal ruhiger Natur sind, was eine abgerundete und ausgewogene Akustik ergibt. Darstellerisch reißt sich hingegen niemand ein Bein aus und auch innerhalb der Synchro finden sich ein paar Nulpen. Beinahe ärgerlich ist hingegen das Whodunit auf Sparflamme, die zahm in Szene gesetzten Kills und die zahlreichen unnötigen Laufzeitstrecker, die erst gar keinen ordentlichen Fluss entstehen lassen, wodurch vorliegender Slasher keinen Blumentopf gewinnen dürfte.
3,5 von 10

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