iHaveCNit: Hive (2022) – Blerta Basholli – jip film und verleih
Deutscher Kinostart: 08.09.2022
gesehen am 13.09.2022
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema - Lumiere – Reihe 5, Platz 12 – 18:30 Uhr
Als weiteren, großartigen, filmischen Eintrag des Jahres für das europäische Kino gibt es für mich aus dem aktuellen Kino-Wochenende auch einen Film aus dem doch hierzulande selten vertretenen Kosovo und Albanien. „Hive“ der aus dem Kosovo stammenden Regisseurin Blerta Basholli ist klein, fein sowie extrem starkes, nachhallendes Kino geworden.
In Folge des Kosovo-Kriegs werden viele Männer sowie auch Frauen und Kinder vermisst und gelten als verschollen. Für Fahrije Hoti eine extrem schwere Zeit, denn ihr Mann gilt ebenfalls seit Jahren als vermisst. Zwischen Hoffnung und Zweifel muss sie natürlich auch einen Weg finden, die kleine Familie mit ihrem Schwiegervater sowie den beiden Kindern finanziell über Wasser zu halten. Das gestaltet sich jedoch als sehr schwierig in einem sehr konservativ geprägten Umfeld, in der jegliche Bestrebung von Frauen zur eigenständigen Lebensführung mit einer extremem Abscheu und Feindlichkeit begegnet wird. Wird sie den Umständen trotzen ?
„Hive“ zeichnet zunächst ein sehr bodenständiges, ehrliches und authentisches Milieu zur Zeit des Kosovo-Krieges und der Nachwirkungen für Land, Leute und Leben. Er zeichnet eine Gesellschaft zwischen Hoffnung, Zweifel und Trauer, die sehr streng und konservativ an Rollenbildern und einer damit einhergehenden Aufgabenverteilung innerhalb von Familien festhält und jegliche Bestrebung einer Veränderung mit Abscheu und Feindlichkeit begegnet – womit Frauen bereits gesellschaftlich geächtet werden, sollten Sie eine Fahrerlaubnis machen und sogar eigenständige berufliche Ziele verfolgen. Getragen wird der Film von seiner Authentischen Atmosphäre und vor allem einem großartigen Schauspiel von Yllka Gashi in der Titelrolle, deren Engagement großartig ist und da die hier geschilderte Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, gibt das dem Film noch eine gewisse Eindringlichkeit und emotionale Fallhöhe. Die Hartnäckigkeit, der Ehrgeiz und die Willensstärke von Fahrije Hoti in Anbetracht der persönlich harten Zeiten verdient meinen persönlichen Respekt, vor allem auch wenn man sich ansieht, was aus ihrer Idee geworden ist und wo sie damit heute steht. Was einen kleinen Funken Hoffnung in dieses doch eher bedrückende, nachhallende Drama bringt.
„Hive“ - My First Look – 9/10 Punkte.