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Die Tradition eines Slashers an einer weiterführenden US-Schule ist fast so tief verwurzelt wie diverse, zweifelhafte Bruder- und Schwesternschaften. Bekanntermaßen benötigt es für einen solchen Genretrip nur ein paar Mimen, die jenseits der Ende 20 bis Mitte 30 immer noch als Studenten verkauft werden und ein paar Gewalteinlagen, um die Grundzutaten halbwegs beisammen zu halten.

Agnis ist die Außenseiterin an der River Falls, doch die ebenfalls Außenstehende Amber zaubert aus dem Mauerblümchen eine angesagte Erscheinung, woraufhin sie von der hiesigen Schwesternschaft unter ihre Fittiche genommen wird. Sehr zum Missfallen von Amber, die für anstehende Partys schon mal die Axt wetzt…

Der Stoff macht keinen Hehl daraus, dass Amber eine Psycho-Bitch ist, denn in weniger als einer Minute ist der erste Kehlenschnitt zu verzeichnen und ihre Eltern werden leblos in den Keller verfrachtet. Das übliche Schultreiben offenbart nur allzu deutlich fehlendes Budget und mangelndes Talent: Ein Großteil der schwachen Mimen sagt Texte auf anstatt sie mit Leben zu füllen, die Kamera ist oft zu nah an den Gesichtern und erfasst nicht die räumliche Gesamtsituation und bei alledem wird nicht an Klischees gespart: Der schwule Drogenkurier ist derart überzeichnet, dass man auf zehn Metern Distanz schon das Gendern beginnt, um ihm letztlich einen Raum mit Aufschrift Master-Tucke zur Verfügung zu stellen. Der Lehrer mit Hang zum Techtelmechtel mit Schülerinnen ist da schon obligatorisch.

Die Figur der Außenseiterin Agnis erscheint allenfalls zu Beginn ein wenig interessant, sie entwickelt sich allerdings zum reinen Opfer von Intrigen und Drogenmissbrauch, dass sie selbst eine Vergewaltigung komplett beiläufig abtut, um bei der darauf folgenden Party dieselben Fehler zu begehen. Immerhin schreitet Killerin Amber irgendwann zur Tat, was spätestens im letzten Drittel zur merklichen Steigerung des Bodycounts beiträgt, - auch wenn hier nur harmlos die Axt geschwungen wird.

Die handgemachten Effekte implizieren diverse Stiche und Hiebe mit Messer und Machete und tatsächlich lässt sich eine Kettensäge für eine Kastration verwenden (sie fällt halt nicht so dezidiert aus). Zudem wird eine Gesichtshaut abgelöst und ein Bleistift im Hals platziert. Eine Meuchelszene im Bereich des Unterleibs war den Machern offenbar selbst zu hart und ist deshalb nur im Off wahrzunehmen. Gleiches gilt für freizügige Szenen, denn es gibt schlichtweg keine.

Ansonsten fällt der Stoff recht humorlos aus und auch die Selbstironie der Killerin kennt rasch ihre Grenzen. Ein paar Reminiszenzen Richtung 80er, einschließlich minimalistisch gehaltenen Score sind nicht zu übersehen, doch es mangelt insgesamt an frischen Ideen und einer versierteren Umsetzung, die auch mal mit spannenden Momenten daherkommt.
Einen Meilenstein konnte Regisseur Jordan Pacheco allerdings setzten, denn in seiner Nebenrolle als Student dürfte er damit der älteste sein, der jemals in einem Slasher zur Geltung kam.
3,5 von 10

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