Review

Staffel 1 - 9,5/10

Staffel 1


Heldenrevision de Television

Der junge Mark Greyson ist der Sohn einer menschlichen Mutter und eines außerirdischen, übermächtigen Supermann, dem wahrscheinlich stärksten Wesen der Erde, vielleicht der Galaxie. Als auch Mark dann in seiner Pubertät endlich übermenschliche Fähigkeiten entwickelt, muss er schnell feststellen, dass die Welt leider nicht nur schwarz oder weiß ist und auch Helden alles andere als unsterblich sind... 

Basierend auf den Comics von Robert Kirkman („Walking Dead“-Schöpfer) kommt dieser heftige Spin auf eine Welt voller Helden, die anfangs recht generisch und gewohnt wirkt, dann jedoch schnell dermaßen ausartet und sich entwickelt, dass einem schlicht die Spucke weg bleibt. Was mich an „Invincible“ unheimlich umgehauen hat? Und wo es für Staffel 2 meiner Meinung nach nächstes Jahr noch minimale Verbesserungsmöglichkeiten gibt?

INVINCIBLE
+ etliche schockierende WTF?!-Momente auf höchstem Niveau 
+ allein das Ende von Folge 1 ist ein Knüller
+ Gewohntes wirkt trotzdem komplett frisch 
+ enorme Brutalität nicht zum Selbstzweck, genau an den richtigen Stellen 
+ nicht hässlich 
+ ambivalente und top gezeichnete Charaktere
+ unfassbare Fights zwischen Superhelden 
+ sehr viele Möglichkeiten für Staffel 2
+ nah und clever an den Comics; eine tolle Adaption, interessante Verschiebungen 
+ sehr emotional, fast traumatisch 
+ genauso viel westliche Kultur wie Anime 
+ famose Bösewichte
+ Omni-Man ist krass!
+ J.K. Simmons als Omni-Man ist überkrass! 
+ epischer Blickwinkel
+ Teenage-Romance wirkt nicht unpassend oder aufgesetzt 
+ nimmt das Genre etwas hop, etwas auf die Schippe - und dennoch vollkommen ernst 
+ fesselt und sehr kurzweilig
+ massive Cliffhanger
+ Gore auf allerhöchstem Niveau 
+ ein totaler Winner für Amazon
+ jeder kann jederzeit sterben 
+ schmerzhafte Passantenzersplatterung
+ eigentlich eine ernstere Weiterentwicklung, ein epischerer Cousin von „The Boys“
+ erinnert auch positiv an „Dragonball“ - gekreuzt mit einer Schlachtplatte 
+ eine Backpfeife für alle Robert Kirkman-Hater
+ mittlerweile abgeschlossene Vorlage 
+ macht Lust auf mehr Animiertes für Erwachsene
+ toughe Frauenfiguren
+ klasse Zitate (ohne zu Kopieren)
+ hat alle Zutaten für ein Meisterwerk 
+ genau richtiges Pacing
+ nimmt sich Zeit für ruhigere Momente 
+ hat eine Figur, die eine Mischung aus Rorschach und Hellboy ist!!!
+ ein All-Star-Synchro-Cast (zumindest im Original)
+ die Familie Grayson hat eine Menge Konflikte und Potenzial 
+ Humor genau im richtigen Maß

OMNI-MAN
— vielleicht etwas viele Nebenplots eröffnet 
— die Grundlagen einer solchen Superheldenwelt hat man nun schon oft in vielerlei Variationen gesehen 
— der raplastige Soundtrack dürfte nicht jedem gefallen 
— optisch jetzt nicht überragend hübsch oder stylisch 
— für Comicleser natürlich nicht ganz so viele Überraschungen 

Fazit: immer wenn man denkt, man hätte in Sachen Superhelden alles gesehen oder das Thema verliert an Fahrt, kommt ein unfassbares Ding wie „Invincible“. Ein Schocker! Simpel, kraftvoll, mächtig. Anders als der Rest. Brutal as hell. Mehr als nur eine Kreuzung aus der Justice League, „One-Punch Man“, „Watchmen“ und einem Jackson Pollock. Erstaunlich emotional. Ein Jahreshighlight für mich und vielleicht das Beste was Kirkman je gemacht hat - und diese Serienversion wird seiner Vorlage spektakulär gerecht. Jetzt schon: An American Classic! (9,5/10)

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