Ein Absolvent des ’83er-Jahrgangs eines renommierten Internats wird erdrosselt und mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Die Kripo-Beamtin Mona Seiler übernimmt den Fall zusammen mit ihrem jungen Kollegen Fischer und forscht vor Ort nach. Nach einem weiteren Mord finden die Polizisten heraus, dass der Philosophie-Dozent Michael Danner alle Opfer von früher kannte und es da wohl irgendeinen dunklen Punkt in seiner Vergangenheit gibt. Die Spur führt schließlich zu der Psychiatrie-Patientin Felictas, die vor zwanzig Jahren zusammen mit Danner und den Ermordeten rumgeschäkert hat... Wie ein Update eines 70er Jahre-Giallo-Stoffs kommt einem "Die Stimmen" ob seiner typischen Krimi-Handlung mit Slasher-Touch und des bemühten Schul-Ambientes vor und weckt dadurch irgendwie Erinnerungen an schundige Italo-Exponate von einst wie etwa "Der Tod trägt schwarzes Leder" oder "Orgie des Todes"... und sorgt damit zumindest für ein wenig Abwechslung im deutschen Fernsehfilm-Einheitsbrei, der mehr von "Tatort" & Co bestimmt wird als sonstwas. Mit seinen alptraumhaften Visions-Sequenzen, einigen blutigen Schock-Bildern und der ziemlich offenen Schilderung von Drogen-Exzessen und Teenie-Sex kommt das Ganze demnach wenig seriös, aber dafür umso mehr dem Genre an sich verhaftet daher und hofiert zudem auch den entsprechenden Vorbildern auf eine erstaunlich unpeinliche Art und Weise. Im Grunde genommen kommt einem "Die Stimmen" dann beinahe so vor, als hätte sich Dario Argento während eines Deutschland-Urlaubs versehentlich auf den Set eines TV-Made-Psychothrillers verirrt und das Ding dann gleich mal quasi so im Vorbeigehen locker aus der Hüfte geschossen, was man durchaus mögen kann... und so sieht man der Angelegenheit auch nach, dass sie simultan auch noch als Startschuss für eine kleine Reihe von Fernsehfilmen rund um die von Mariele Millowitsch gemimte Polizistin Mona Seiler fungieren soll und die Mörderjagd zwischendurch doch arg in den Hintergrund rückt, um für die teils recht ausfürliche Schilderung der Alltagsproblemchen der Protagonistin inklusive Mobbing-Versuche am Arbeitsplatz und Querelen mit ihrem halbkriminellen Ex-Freund Platz zu schaffen. Da Rainer Matsutani die Angelegenheit insgesamt aber doch ganz gut im Griff hat und auch die formale Seite mit Bravour meistert, sieht man über einen gewissen Hang zum melodramatischen Ballast hinweg und nimmt es dem Streifen auch nicht wirklich krumm, dass inhaltlich nur Aufgewärmtes geliefert wird. Ergo: Für ein RTL-Filmchen ganz nett und sicherlich kein zweiter "Das Biest im Bodensee", oder so...
6/10