Auf diesen Film hatte ich mich richtig gefreut, Getränk und Knabberei bereitgestellt und es konnte losgehen. Und dann sowas ; die hohen Erwartungen, auch durch den Erfolg an der koreanischen Kinokasse begründet, konnte "My Tutor Friend" nicht halten.
Von der Aufmachung und der Story ist "My Tutor Friend" mit "100 Days with Mr.Arrogant" zu vergleichen. Zwei absolut ungleiche Partner treffen aufeinander und müssen irgendwie miteinander auskommen. Während zuerst die Fetzen fliegen und richtig ausgeteilt wird, kommen sich beide immer näher und verlieben sich schlussendlich ineinander. Was bei "100 Days..." auch richtig vorzüglich klappte, geht leider bei "My Tutor Friend" nicht ganz auf. Die Charaktere sind für mich nicht glaubwürdig, besonders der weibliche Part macht eine für mich nicht nachvollziehbare Wandlung durch.
Su-Weon ( gespielt von Kim Ha-Neul ) ist eine vernünftige und strebsame junge Frau. Sie arbeitet im Geschäft der Mutter mit und finanziert sich ihr Studium durch Nachhilfestunden. Dann besorgt ihr die Mutter einen besonders lukrativen Job. Sie soll den reichen gleichaltrigen Ji-Hun ( gespielt von Kwon Sang-Woo ) unterrichten. Der ist bis jetzt dreimal sitzengeblieben und verbringt seine Zeit lieber mit Mädchen und Schlägereien. Da sein Vater die Kreditkarten bereitwillig zur Verfügung stellt, hat er ja auch keine Probleme. Somit findet Su-Weon keinen Zugang zu Ji-Hun und es prallen zwei Welten aufeinander. Allerdings beginnt er ihr Durchhaltevermögen zu bewundern und sie fühlt sich von seiner Männlichkeit immer mehr angezogen. Somit hat auch diese Komödie am Ende ein Happy End.
Tja und da sitzt auch genau der Knackpunkt ; der Weg zum Happy End bedarf einiger extremer Sinneswandlungen bei den Protagonisten. Diese sind speziell bei Su-Weon für mich nicht nachvollziehbar. Wieso findet eine solch bodenständige und hochintelligente Frau plötzlich einen Raufbolden so extrem sympathisch? Warum ergreift sie bei einer Schlägerei sogar noch Partei für ihn? Warum tröstet sie plötzlich die zickige und dumpfbackige Rivalin Ho-Kyung ( gespielt von Kim Gi-Woo ) um die Gunst von Ji-Hun? Und was findet eigentlich Ji-Hun plötzlich an Su-Weon so toll, hat er sie doch stets als Country Chicken bezeichnet?
Somit sind es ganz klar die Unzulänglichkeiten der Story die den Film für mich ausbremsen. Die Schauspieler und auch der Regisseur sind nicht zu kritisieren, Kim Ha-Neul spielt lustig und frech zugleich und Kwon Sang-Woo ( der zuvor in Volcano High spielte ) brilliert in den Kampfszenen und kommt auch sonst gut in seiner Rolle rüber. Die Massenszene am Schluss des Films gerät zwar etwas nervig, dennoch aber eine solide Leistung.
Vergleiche ich ihn allerdings wieder mit "100 Days..." dann muss ich ihn deutlich abstufen, 5 Punkte für den Film selber und einen weiteren für die guten Schauspieler, mehr ist aber nicht drin.
Eigentlich schade, ich hatte mir mehr erhofft.