Review

Nach und während der Tätigkeit als de facto Aushängeschild für EFO und unabhängig von einer Berufung nach Kino-Hollywood, was derzeit aber sowieso nicht so richtig existiert und wo auch die Karriere von Bruce Willis selber eher brachliegt und dieser Zustand auch nicht erst seit gestern und nicht erst seit 2020 ist, hat der gute Mann in ebenjenem Zeitraum eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit gefunden und sich weiter ausgedehnt. Willis ist jetzt (zusätzlich) unter Vertrag bei der kanadisch-ansässigen 308 Ent(ertainment); der Firma, die auch schon für Breach (2020) a.k.a. Anti-Life zuständig war und möglicherweise für einen kleineren Aufschwung beim Mann mit der Glatze und zumindest für etwas andere filmische Angebote als die letzten Jahre, hier mit Cosmic Sin bspw. schon den zweiten Science fiction Film in Folge sorgt und so eventuell Win-Win für alle Beteiligten, demnach auch den Zuschauer ist? Willis selber bleibt u. a. auch erstmal dort und vor Ort in Vancouver, wurden bereits die dann allerdings auf der Erde, wie wir sie heute kennen spielenden Actionthriller American Siege (um eine Geiselnahme in Georgia und dem Eingreifen eines ehemaligen Großstadt-Cops), Reactor (um die Belagerung eines Nuklearkraftwerkes) und Apex (um eine Art Most Dangerous Game) in Angriff genommen; was doch ganz vernünftig und nach Nachschub für die letzte kleine Schar an Fans von Willis und die ebenso kleine Meute von DtV-Action klingt:

Erde im Jahre 2524. Nach einem Erstkontakt mit Außerirdischen werden die Beteiligten in einer Armeebasis im Auftrag von General Ryle [ Frank Grillo ] untersucht, wobei es zu einem verherrenden 'Zwischenfall' kommt und die wenigen Überlebenden eine neue Strategie planen. Unter Führung von Ryle selber sowie in Begleitung dessen ehemaligen Vorgesetzten, jetzt Zivilisten James 'Blood General' Ford [ Bruce Willis ], dessen Exfrau und Biologin Dr. Lea Goss [ Perrey Reeves ], der Technikerin Juda Saule [ Eva De Dominici ], der Soldaten Marcus Bleck [ Costas Mandylor ] und Brandon Ryle [ Brandon Thomas Lee ] plus Ford's Kumpan und ebenfalls ehemals Soldaten Dash [ Corey Large ] soll ein Quantensprung an den Ursprungsort der feindlichen Gruppierung gewagt werden, um dort ein für alle mal die Verhältnisse zu klären.

"You want peace, you get ready for war."
Breach spielte schon nicht in naher, sondern in ferner Zukunft, die Erde war dort vollkommen am Ende und desolat zerstört. Cosmic Sin ist noch weiter weg angesiedelt, zeitlich zumindest, springt man ganze 500 Jahre in das Nachher und hat die Ereignisse bis dahin auch nur knapp zusammengefasst und in drei, vier Texteinblendungen erklärt. Geändert hat sich bis dato eigentlich nicht so viel, der Mensch sieht noch genauso aus wie jetzt und scheinbar auch immer und verhält sich trotz der zunehmenden technischen Begebenheiten und Fortschritte in der industriellen und wissenschaftlichen Entwicklungen auch noch so wie immer; nichts auffällig in der Hinsicht zumindest und nichts dazu gelernt. Es gibt die Autos auf der Straße, es gibt die Freitagnacht, es gibt den braunen Fusel, es gibt die Kneipen und dort gibt es auch die Barschlägereien, futuristisch sind bloß ein paar Service-Robotor und die Band per Hologramm.

"Someone leaked word to the press about our alien friends." - "It's like humanity deserves to know that we're not alone in the universe." - "Well, the Aztecs were doing just fine until Cortés showed up." - "Well, are we the Aztecs or Cortés?" - "We're about to find out."
In Sachen Kreativität und Aufwand befindet man sich also irgendwo bei Albert Pyun, Michael Keusch (speziell dessen Attack Force) und David A. Prior, immerhin hat man so keinerlei Probleme, sich hier in dieser Welt und im (etwas) teureren B-Picture zurechtzufinden, wenn sowieso fast alles normal und bekannt ist und wenn man sich nicht lang und breit mit Einführung, Erläuterung und jedweden Vorlauf aufhält. Freitag auf Nacht wird hier der Ernstfall geprobt, der Drill beim ersten Kontakt. Viele militärische Schlagworte demnach, viel Befehl und Ausführung, das Beachten und Missachten von Protokollen und etwas Widerstand gegen die Hierarchie, wobei schnell auffällig wird, dass der geschriebene Text auch emsig Aufnahmen auf einer geschlossenen Bühne, in einer Studiobaute bzw. Lagerhalle also ermöglicht und auch, dass die beiden namhafteren im Cast, der Willis und zweiter Nennung und Frank Grillo an erster Stelle hier teils über längere Zeit auch nicht zu sehen und nur die sporadisch auftretenden Führer und Reizworte für das Marketing sind; Willis selber ist übrigens noch mehr zu sehen, Grillo macht hier seinen Part, d. h. er ist kaum vorhanden und bloß Mittel zum Zweck. Ähnlich wie auch zum filmischen Vorgänger, der mit Motiven des Sci-fi Horros auch spielte und mit Infiltration und Angriffen einer anderen und auch überlegenen Kraft, wird auch hier mittig die Konfrontation gesucht und gefunden, das sowieso schon dunkle Bühnenbild bald noch zusätzlich mit erst Blau- und dann Rotlicht als Zeichen der Gefahr überzogen, während hinten die Lens Flares etwas magere Beleuchtung setzen und vorne die 'Mündungsfeuer' der Waffen glühen. Eine Militärbasis im Lockdown und ein kurzes Feuergefecht; bevor es in den Orbit und die nächste Lagerhalle geht.

"Hey, boss? You think instead of, uh, stopping a war we actually might have started one?"
Effektemäßig ist die offensichtlich finanziell eingeschränkte, sich meist im Muschebubu-Dunkel und vor der Greenscreen mümmelnde Produktion dabei solide, den Rest muss und kann man nicht so sehr auf die Goldwaage legen, zwischendurch verlässt man dann doch per Quantensprung die Erde und landet erst inmitten einer Weltraumschlacht, die ein paar Planeten weiter im Kosmos tobt und dann noch in einer Art Meteoritenschauer, wonach ein Teil der Crew (möglicherweise) dezimiert ist und man erstnal mit halbierter Mannschaft in den (kanadischen) Wäldern des fremden Sternes einkehrt. Der Ofen ist da schon längst aus, der Film hat sich längst als das offenbart, was er eingangs schon war, bestenfalls lustiger Humbug und Guilty Pleasure, schlechterdings ordentlich albernes, gleichzeitig aber auch irgendwie sprödes, trockenes, mal auch langweiliges Kaschperletheater im Plastebrustpanzer, welches auf seine Art und Weise aber auch die Zeit herum bringt und irgendwo seltsam 'verquer' genug für seine Form der Unterhaltung ist; wenn man sich nicht an all den Unzulänglichkeiten und eben der erneuten Delle am Nimbus von Willis stört.

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