Review

Trash of Tomorrow


Viel wurde noch letztes Jahr über Bruce Willis und seine dutzende DTV-Ergüsse gelacht, viel wurde womöglich vorschnell verurteilt und von Weitem verachtet, bewertet, verzagt. „Cosmic Sin“ immer als Paradekind des Versagens auf ganzer Linie. Dann kamen die Wahrheit und seine Krankheit ans Licht, die Stimmen wurden leise und verlegen, Kritiker, YouTuber und Filmnerds kamen deutlich ans Nachdenken über ihre Worte und frechen Ansichten, Wertungen und oft nahezu menschenverachtenden Urteile. Ich will mich da gar nicht komplett rausnehmen. Doch im Endeffekt… an dem miserablen Bullshit namens „Cosmic Sin“ können auch Andacht, Status, Verständnis und Mitleid für eine Actionikone wenig bis nichts ändern. Und da würde auch Bruce sicher lauthals zustimmen. Liegt zudem kaum an ihm, dass dieser wirre Weltraumschrott ein Totalausfall ist. Erzählt wird mit wenig Aufwand, keiner Logik und seltsamen Sprüngen vom „First Contact“, den die Menschheit scheinbar mit einer Alienrasse weit weg von der Erde macht - und bevor diese nun aggressiv auf uns zukommt, machen sich Willis, Grillo und ein paar Nonames in „Edge of Tomorrow“-Gedächtnisanzügen auf in die „feindlichen“ Sphären…

So oder so ähnlich wird sich in „Cosmic Sin“ zusammengeklaut, was nicht zusammen passt. Erst recht nicht ohne den Klebstoff namens Talent. Lustlos wird in Lagerhallen rumgeballert, die mehrfach wiederverwendet werden. Willis auf Autopilot und mit „Mann im Ohr“ fällt gegen den Rest der Truppe auf keinen Fall wirklich ab. Die Effekte rangieren zwischen annehmbar, grottig und „Ich kann nicht glauben, was ich da sehe!“. Ein wenig „Pandorum“ hier, ein wenig Asylum dort. „Enders Game“ für Grenzdebile. Cover, Beteiligte und Möglichkeiten - alles verheisst hier selbst bei Vorkenntnissen noch mehr als das Endprodukt, das ohne Ende lahm ist und bei dem sich 85 Minuten anfühlen wie eine Ewigkeit. Dagegen sieht ein eher negativer Carpenter-Ausreißer wie „Ghosts of Mars“ plötzlich aus wie ein Meisterwerk. Das mit Mundharmonika unterlegte Ende ist an Lächerlichkeit und Schmerz für den Zuschauer kaum zu übertreffen. Ohren, Augen, Filmseele - hier leidet alles. Die scheinbaren 20 Millionen an Budget kann man nicht finden, selbst wenn man sucht. Und weil es scheinbar kein Drehbuch gab (oder es jeden Tag spontan geschrieben oder umgeschrieben wurde), wird sich in peinlichen Dialogen eines Viertklässlers verloren. „Cosmic Sin“ ist nervtötend, unnötig und aufregend wie das Sommerloch. 

Fazit: Ghosts of Arsch… „Cosmic Sin“ kommt seinem Titel filmisch/qualitativ gefährlich nah und langweilt selbst Bruce Willis seine Ohrhörer aus der Birne. B-Movie-Sadness… Absolute Geld-, Platz-, Ressourcen- und Zeitverschwendung! 

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