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Obgleich Anfang der 70er mit „Willard“ und „Ben“ zwei populäre Versuche unternommen wurden, Ratten im Tierhorrorgenre zu etablieren, gelten sie weiterhin als Randerscheinung. Zumal diverse Steilvorlagen von Horrorautor James Herbert bis heute nicht adäquat umgesetzt wurden und stattdessen Haie, Spinnen und Urzeitmonster das Genre dominieren. Daran wird der Trash von Autor und Regisseur Thomas J. Churchill definitiv nichts ändern.

Die Wanderwege der Santa Maria Mountains sollen schon bald wieder für Touristen freigegeben werden. Ranger Brody und sein Team, einschließlich Neffe und Nichte, treffen die letzten Vorbereitungen, als ein Kammerjäger in ein Ferienhaus beordert wird, um einen Waschbären zu verjagen. In Wahrheit treibt eine mutierte, riesige Ratte ihr Unwesen…

Die gekonnt gestaltete Animation während des Vorspanns verdeutlicht mit wenigen Zeichnungen, wie aus einer Durchschnittsratte eine Mutation werden konnte und der Einstieg mit zwei Dödeln untermauert die Komponente der illegal entsorgten Giftmüllfässer. Mit der Einführung der wesentlichen Figuren lässt man sich derweil etwas zuviel Zeit, zudem werden Figuren umständlich eingeführt, welche ohnehin nur als Köder für die Beute dienen.

Zwar kommt ein Großteil der Charaktere sympathisch rüber, doch dem Geschehen mangelt es schlicht an Dynamik, während die Ratte nur sporadisch einige Randfiguren schnappt und böse Vorzeichen weitgehend ausbleiben. Zwar nimmt sich der Stoff zu keiner Zeit ernst, dennoch wirken Versuche von Auflockerungen zu bemüht, etwa, als ein Mafiatrio mit einem vermeintlichen Verräter im Hinterzimmer beschäftigt ist, den sie mehrfach als Ratte bezeichnen, was folgerichtig als Doppeldeutigkeit im Zusammenspiel mit dem Kammerjäger fungiert.

Die Gestaltung der Ratte ist indes eine Ausgeburt primitiv arbeitender Maskenbildner, die ein paar graue Haare auf einen Klumpen Plastik angebracht haben. In ihrer Gänze sieht man das Vieh nie, meistens sind nur die Tatzen zu sehen, was noch okay gestaltet wurde. Eine Art Egoperspektive (aus dem Maul!) soll die Annäherung an die Opfer untermauern, während der Vorgang des Tötens nie in angemessene Bilder verpackt wurde. So dienen rote Pinselstriche als Fleischwunden durch die Pranke und obgleich das Tier kaut, befindet sich nie ein menschliches Körperteil darin, denn wahrscheinlich hatte man Angst, dass die Plastikimitate bei erhöhter Beanspruchung kaputt gehen könnten. Immerhin, - CGI bleiben einem erspart.

Entsprechend ist die FSK16 noch zu hoch gegriffen und bis auf eine Körperteilung unterhalb des Bauchnabels ist keine explizite Gewalteinlage auszumachen. Der Bodycount ist eher gering und der Aufwand, bei einer Gruppe von Campern Panik auszulösen, tendiert gegen Null (einmal mehr wollte man die Puppenteile nicht über Gebühr strapazieren). Auch der Showdown untermalt leider die geringen Anstrengungen, etwas Dynamik und Spannung einfließen zu lassen, denn nach einer kurzen Aktion in einem Tunnelschacht ist die Chose bereits unspektakulär beendet.

Die weitgehend unbekannten Darsteller sind zumindest mit sichtlicher Spielfreude dabei, die Kamera ist um einige gelungene Luftaufnahmen bemüht und auch der Score arbeitet tendenziell angemessen. Dem Rest ist das überaus geringe Budget jederzeit anzusehen, was natürlich primär bei der Inszenierung der Monsterratte zum Vorschein kommt. Somit sind insbesondere Trashfans gewarnt, dass Tierhorror auf diesem Niveau zuweilen auch nur leidlich Freude bringt.
4 von 10

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