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Der Tod eines Babys führ Inspektorin Amaia Salazar erneut tief in die Ermittlungen eines zunächst nach plötzlichem Kindstod aussehenden Ereignisses. Schnell führt die Spur sie jedoch in eine ganz andere Richtung.

Der dritte Band der Roman-Reihe Die Baztán-Trilogie - Der nächtliche Besucher - wurde im Jahr 2020 erneut von Fernando González Molina inszeniert. Der Film ist sowohl unter dem Titel Der nächtliche Besucher als auch Das Tal der geheimen Gräber in Deutschland erschienen. Der Abschluss der Trilogie setzt genau dort an wo man in Das Tal der vergessenen Kinder als Zuschauer zurück gelassenen wurde und schafft es sogar nochmal den Bogen zu Das Tal der toten Mädchen zu schlagen, was mit Sicherheit natürlich auch daran liegt das sowohl die Romane von der selben Autorin - Dolores Redondo - stammen und auch alle drei Filme von Fernando González Molina inszeniert wurden. So wirkt die gesamte Trilogie wirklich aus einem Guss stammend und bietet dem Zuschauer daher einen schönen einheitlichen Look. Besonders positiv aufgefallen ist mir die Tatsache das sich zwar gewisse Außenaufnahmen wiederholen, sie aber immer anders aussehen, was auch mit dem wechselndem Wetter zu tun hat. Dies macht optisch so einiges her. Besonders, da es in den Filmen selten wirklich gutes Wetter zu sein scheint. Eine Ähnlichkeit mit Sieben von David Fincher ist daher nicht von der Hand zu weißen, da auch hier über das Wetter eine besondere Atmosphäre erzeugt wurde und somit durchaus als bewusstes Stilmittel eingesetzt wurde.

Die gesamte Story der Reihe findet im letzten Teil wirklich nochmal einen interessanten Verlauf und einige Überraschungen. Es gab zwar ein Element welche ich bereits in Teil 2 schon vermutet hatte, mir dann auch in Teil 3 wieder von Anfang an sehr präsent war, ich mir aber vorstellen kann das dies einfach damit zusammen hängt das man als Thriller Fan schon einiges gesehen hat und es daher natürlich immer schwerer wird das Fanauge zu überlisten und komplette Aha Moment zu erzeugen, ohne die Auflösung komplett aus dem Nichts zu erzeugen. Es ist aber lediglich eine Feststellung meinerseits als eine graviernde Kritik, weil unter dem Strich die Story recht gut ist und wirklich gut inszeniert wurde. In dieser Kombination kann ich auch schonmal auf den ganz großen Aha Moment verzichten, wenn die komplette Inszenierung in sich stimmig ist und eine tolle Atmosphäre erzeugt wurde.

Irgendwie fühlte ich mich auch etwas an Die Millenium Trilogie erinnert. Zwar handelt es sich um zwei grundlegend verschiedene Reihen, andere Storys und auch die Art der Inszenierung ist eine andere. Dennoch haben beide Reihen ein wichtiges Element gemeinsam. Beide Reihen fangen mit einem scheinbar neuem Fall an, entwickeln sich aber im Laufe der Reihe zu einem großen Ganzen, welches viele Elemente aus der Vergangenheit und den aktuellen Geschehnissen verkettet. Generell mag ich sowas sehr und auch hier in dieser Trilogie wurde das gut umgesetzt.

Abschließend kann ich nur sagen das mir Die Baztán-Trilogie wirklich gut gefallen hat und ich sie mir auf jeden Fall auch in die Sammlung stellen werde. Die Filme sind spannend inszeniert und bieten dem Zuschauer wirklich schöne Bilder. Jeder Thriller Fan kann hier wirklich bedenkenlos zuschlagen und wird mit Sicherheit nicht enttäuscht werden.

Wertung: 8.5/10

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