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Wer sein Werk mit Hinweisen auf „Mortal Kombat“ untermauert, gibt die Marschrichtung relativ eindeutig vor: Kampfaction, gepaart mit einigen Horroranleihen. Nun ist die britische Independentschmiede der Regisseure Scott Jeffrey und Rebecca Matthews nicht gerade bekannt für ausgefeilte Schauwerte und durchdachte Inszenierungen und das spiegelt der Billigfilm der beiden in nahezu jeder Einstellung wider.

Katrina (Sarah T. Cohen), als ehemalige MMA-Kämpferin Hellkat genannt, befindet sich offenbar im Vorhof zur Hölle. Nachdem sie von Jimmy (Ryan Davies) aufgegabelt wurde, der sich als Dämon in Menschengestalt entpuppt, landet sie in einer Kaschemme unter dessen Gewölbe sie ein letztes Mal zu einem Turnier antreten muss, um sich von ihren Sünden zu befreien. Doch Kats Gegner bestehen nicht nur aus Menschen…

Die erste Ernüchterung stellt sich bereits binnen weniger Minuten ein, als Kats Wagen verreckt. Beim Blick unter die dampfende Motorhaube entpuppt sich der Qualm tatsächlich als üble CGI, - es war den Machern also nicht möglich, mit Hitze und Wasserdampf zu arbeiten. Zwar haftet den Begebenheiten ein leicht surrealer Touch an, doch über eine Dämonenfratze kommt man lange nicht hinaus, wobei ein Nachthimmel mit zwei roten Halbmonden schon fast ein kleines Highlight repräsentiert.

Was allerdings am allgemeinen Trauerspiel liegt, welches sich vor den eigentlichen Fights abspielt. Kat ist einem aufgrund der unterkühlten Art völlig gleich, die wenigen Kneipenbesucher auch und nur der Barkeaper scheint einigermaßen menschlich drauf zu sein.
Die Settings könnten kaum minimalistischer ausfallen und um etwaige Hintergründe komplett auszublenden, werden Farbfilter überstrapaziert, was die anschließenden Fights in ein wahrlich ungünstiges Licht taucht.

Es gibt zwar einen Ring, jedoch kein Publikum, denn alles außerhalb des Ringes ist pechschwarz. Die Choreo geht beinahe in Ordnung, einige akrobatische Moves sind durchaus dabei, doch die Inszenierung erzeugt zu keiner Zeit Spannung. So wird zwar auf Zeitlupe zurückgegriffen, doch diese zeigt nur den vorbereitenden Move, jedoch nicht den Treffer. An anderer Stelle ist die Kamera deutlich zu nah dran, was im Fall von schwacher Ausleuchtung den Überblick verlieren lässt. Audiotechnisch lässt man es zwar einige Male knacken und krachen, - zu sehen ist davon aus Kostengründen allerdings nichts.

Darstellerisch sticht immerhin eine Person hervor, denn Ryan Davies als Dämon Jimmy hat ein ausnehmend satanisches Grinsen, bei dem er gerne sein makelloses Gebiss betont. In früheren Zeiten war so etwas nur Burt Lancaster in einigen Western vergönnt.
Mimisch ist Sarah T. Cohen nicht übel, doch physisch nimmt man ihr die knallharte Kämpferin zu keiner Zeit ab und das Drehbuch schwächt die Glaubwürdigkeit durch die Tatsache einer Kettenraucherin, die sich regelmäßig mit Tequila vollzieht noch ab.
Der Score, angelehnt an 80er Tingeltangel-Bass-Sequenzen, reißt auch nicht vom Hocker.

Bereits nach wenigen Einstellungen entpuppt sich „Hellkat“ als lieblose Billigproduktion, die selbst mit den Fights keine erhöhte Aufmerksamkeit erzielt. Trotz der kurzen Laufzeit von 78 Minuten ziehen sich die ersten 40 Minuten elendig, die Kämpfe danach entschädigen nicht wirklich. Das ist qualitativ recht nah am Fegefeuer.
2,5 von 10

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