Statt „Snakes on a Plane“ gibt es „Rats on a Train“ und dazu das aufgewärmte Prinzip von „Train to Busan“, nur mit Ratten anstatt Zombies. Verschwörungstheoretiker könnten in dem Stoff gar eine Parabel mit aktuellem Bezug wittern, wenn die chinesische Regierung mit Viren hantiert, was unweigerlich eine Zoonose nach sich zieht.
Der Gesundheitsminister Zheng Huai ist mit seinen Töchtern mit dem Zug in der Provinz unterwegs, als Scharen von Ratten im Abteil einfallen und sich sogleich über einen Großteil der Passagiere hermachen. Nach Abkoppeln einiger Wagons hält der Zug in der Nähe eines Hospitals, in dem es einen Impfstoff geben soll. Doch auch der Weg dorthin scheint mit Ratten geradezu gepflastert zu sein…
Die Erzählung fackelt nicht lange und setzt bereits vor der eigentlichen Abfahrt dunkle Vorzeichen, als ein anderer Personenzug am Bahnhof außerplanmäßig eintrudelt und massenweise Blut und Gekröse andeutet. Die wesentlichen Figuren und vermeintlichen Helden sind rasch eingeführt, ebenso einige finstere Gestalten in Form von Kleinganoven und einem Regierungsvertreter nebst Militärs. Es braucht lediglich eine Viertelstunde bis die gefräßigen Ratten in Erscheinung treten.
Anfangs sind auch mal vereinzelte Viecher unterwegs, was tricktechnisch ansehnlich gestaltet ist. Problematisch wird es, sobald Tausende durch die Gegend strömen, was eher unterdurchschnittliche CGI durchschimmern lässt. Zwar gibt es jede Menge Opfer, doch bis auf kleine Bisswunden bei einigen Verletzten ist nichts Explizites auszumachen, zumal die Betroffenen quasi im Heer der Tiere untergehen. Die Anwendung von Greenscreen ist beim kurzen Aufenthalt auf dem Zugdach ebenfalls deutlich sichtbar, wogegen die Wahl einiger Kulissen durchaus atmosphärische Momente zutage fördert, etwa beim Betreten einer Geisterstadt oder beim Halt des Zuges im Nirgendwo.
Neben einigen Querelen innerhalb der Gruppe Überlebender kommt es im Verlauf zu einigen arg theatralischen Szenen, welche besonders gegen Ende zunehmen, als es die obligatorische Opferung fürs Gemeinwohl gibt und der eine oder andere Abschied für immer zu beheulen ist. In diesem Zusammenhang performen nicht alle Mimen okay, manche frönen dem Overacting aufgrund deutlich überzeichneter Figuren, zudem passt die Synchro bei einigen Personen eher weniger.
Ernst nehmen kann man einen solchen Tierhorror ohnehin nicht, denn dafür sind nicht wenige Szenen maßlos übertrieben, während anderweitig gerne ein paar Gegebenheiten herbei konstruiert werden. Das latent flotte Tempo und das insgesamt taugliche Handwerk lassen den Streifen jedoch wie einen besseren SyFy/Asylum Beitrag aussehen, was eingefleischten Trashfans durchaus entgegen kommen dürfte.
6 von 10