Ein Bahnhof in der Provinz Beiwei, irgendwann zu Zeiten von Nationalchina: Kurz nach der Abfahrt einer vollbesetzten Dampflok müssen die Passagierer zu ihrem Entsetzen feststellen, dass sich tausende von hochaggressiven Ratten in dem Zug tummeln, die zu allem Überfluss auch noch per Biss eine tödliche Krankheit übertragen. Nachdem der Großteil der Anwesenden den Löffel abgegeben hat, macht sich der Arzt Su Zheng Huai mit einigen weiteren nicht Infizierten auf den Weg ins nächstgelegene Krankenhaus, um ein Gegenmittel gegen die Seuche zu organisieren. Leichter gesagt als getan, denn die umliegenden Dörfer wurden auch bereits von den Ratten überrannt... Man wird das Ungeziefer einfach nicht los... Der deutsche Titel eifert mal wieder dem 2006er-Flop "Snakes on a Plane" nach, inhaltliche Parallelen zu diesem sucht man hier allerdings vergeblich und auch von der Geschichte her geht es in "Rats on a Train" doch gewollt ernsthafter und ohne Augenzwinkern zu. Statt an alte 80s-Horror-Streifen wie "Unheimliche Begegnung" oder "Night Eyes" erinnert das Ganze dann ergo auch viel eher an die - nun auch schon mehr als zwei Dekaden zurückliegenden - Zeiten von "Rats - Mörderische Brut" oder "Ratten - Sie sind überall!", die sich den Umgang mit echten Tieren ja auch zugunsten digitaler F/X weitestgehend verkniffen haben. Die Sache mit der von den Nagern übertragenen Seuche kennt man dann auch noch von dem deutschen "Ratten"-TV-Film-Doppel, was auch nur zeigt, dass den Genre-Schreiberlingen selbst in China für ihre Drehbücher auch nix Neues mehr einfällt und dieselben Ideen da in regelmäßigen Abständen - allenfalls noch mit einer gehörigen Portion landestypischem Pathos versetzt - immer wieder neu aufgekocht werden (dass das Szenario hier nur "Train to Busan" mit Ratten statt Zombies variiert, sei nebenbei übrigens auch erwähnt!). Nun ja, ob die sterilen und nicht besonders ansehnlichen Computer-Animationen der CGI-Rattenplage ausreichen, um die Nagetier-Phobiker heutzutage noch zu kriegen, sei mal dahingestellt, aber auf jeden Fall sollten sich die Trashfilm-Fans abgeholt fühlen. Ansonsten ist "Rats on a Train" aber doch gar nicht mal so unaufwendig gemacht und überrascht zudem auch mit einem einigermaßen glaubwürdig hingedeichselten Period-Piece-Setting und Darstellern, die nicht völlig zum Abschießen sind. Das recht hohe Maß an Action tröstet einen dann auch über fehlende blutige Schauwerte hinweg und es zeigt sich doch wieder mal, dass sich so manche formalen und inhaltlichen Schwächen doch locker überspielen lassen, wenn die Inszenierung nur ordentlich Gas gibt und dem Zuschauer keine Zeit lässt, sein Hirn einzuschalten und über das gerade Gesehene nachzudenken. Fazit: Trotz extra-schmalzigem Ende einigermaßen flotte Unterhaltung und was Tierhorror made in China anbelangt allemal besser als der lausige "Shark Escape" aus demselben Jahr...
6/10