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Will man bestimmte Genre formgerecht bedienen, erfordert dies einen Grundstock an Budget. Während Horror, Komödie oder Drama zuweilen preiswert realisiert werden können, sieht das bei Katastrophenfilmen, Fantasy und Action etwas anders aus und ist ohne fingerfertige Leute am Computer kaum zu realisieren. Auf solche konnte Regiedebütant Enrico De Palo zumindest zurückgreifen und Teile der italienischen Umgebungen fügen sich sogar recht gut in die Fantasywelt.

Einst schien der Dämonenkrieger Shadow besiegt, doch durch ein Portal gelingt es ihm, den Prinzen Iruma in sein dunkles Reich zu ziehen. Sein Bruder Mairok muss alle Hebel in Bewegung setzen, um vier magische Steine aufzutreiben, welche gemeinsam eine heilige Rüstung bilden. Unterstützt wird der junge Recke von der unsterblichen Amazone Lantis, doch als sich beide annähern, interveniert Shadow…

Die unfreiwillige Komik dürfte einigen Trashfans entgegenkommen, denn der Stoff wirkt aufgrund mangelnder Erfahrung oftmals unbeholfen und ein wenig steif aufgezogen. Andere Aspekte fallen durchaus positiv auf, denn die Kostüme, zumeist Rüstungen sind vergleichsweise kreativ, gleiches gilt für manche Dämonenmaske. Einige Landschaftsaufnahmen punkten mithilfe variabler Kamera und Farbfiltern, nur der Score ist gnadenlos drüber und galoppiert von vornherein so heroisch, als würde der Endkampf bereits zu Beginn ausgeführt.

Die Choreo fällt indes allenfalls zweckdienlich aus, denn das Timing stimmt nicht immer und manche Moves deuten sich weit im Vorfeld an. Zwei, drei blutige Schwerthiebe sind insgesamt zu verzeichnen, wobei das Blut nur zum Teil aus dem Rechner stammt. Immerhin finden regelmäßig körperliche Auseinandersetzungen statt, während Mairol und Lantis einige Gegenden passieren, bevor es in einer Felsengegend zum Endkampf kommt. Ergo wird es zumindest nie langweilig.

Zudem kann man sich über das geballte Unvermögen einiger Darsteller erfreuen, denn manche schauen permanent so drein, als hätten sie Teile der Wehrmachtsausstellung quer verschluckt.
Die Mimen unter den Masken haben da die weitaus besseren Karten, - das Herabpitchen zur Grummelstimme hilft überdies, die ursprüngliche Identität zu wahren. Der Rest gibt sich halt der Lächerlichkeit preis.

Da das simple Spiel zwischen Gut und Böse keine erhöhte Aufmerksamkeit erfordert, achtet man unweigerlich auf kleine Regiefehler, von denen es allerdings gar nicht mal so viele gibt, wie etwa ein Weg, an dessen Seite eine Reihe frisch gestutzter Büsche vorzufinden ist. Wunderschön ist auch ein kleiner Palast mit großem Drachen obendrauf. Letztgenannter ist eine deutliche Computerzugabe, denn die Schnittstelle über der Koppel ist deutlich zu sehen.

Ansonsten ist der Stoff nur einen Schritt oberhalb einer Amateurproduktion einzuordnen, was den teils soliden CGI in Form von magischen Portalen oder ebenso magischen Schwertschwingen geschuldet ist. Auf die Einbindung von Fabelwesen hat man dankenswerterweise komplett verzichtet, auf die von Komparsen allerdings auch, denn etwaige Herrscher sind grundlegend allein in ihrem vermeintlich prunkvollen Domizil anzutreffen. Folgerichtig ist innerhalb der knapp 76 Minuten kein Spektakel zu erwarten, obgleich einige inszenatorische Defizite durchaus zur Belustigung beitragen und ein Minimum an Unterhaltungswert gegeben ist.
4 von 10

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