"In Hell - Rage Unleashed" ist definitiv kein Film mit hohem Unterhaltungswert.
Zu eintönig und monoton, die Location. Abwechslung zum russischen Knast bietet lediglich das Weizenfeld auf dem die Sträflinge zur Zwangsarbeit verdonnert werden.
Die Story ist für einen van Damme Film schon recht typisch und mindestens genauso wichtig für den Film, wie der Hauptakteur selbst.
Die Story ist wieder einmal einfach gestrickt und ohne große Ideen, die den Film zu etwas Besonderem machen würden.
Man kann sagen ein, den letzten Jahren entsprechend, angepasster van Damme Schinken.
Dass die Story etliche Parallelen zu vorangegangenen Filmen des Belgiers aufweist liegt nicht minder daran, dass es van Damme einfach nicht gebacken bekommt mal mit einem neuen Regisseur zu arbeiten.
Auch wenn man keine Parallelen zu den anderen Ringo Lam Filmen erkennen kann, so scheint der Film ein Mischmasch aus "Mit Stählerner Faust" und "Ohne Ausweg" zu sein. Zumindest werden einige Elemente dieser Filme übernommen.
Was mit der Zeit ebenso stört, wie die ganzen Charaktere, die in so ziemlich jedem van Damme Film mitspielen sind die ewig selben Kämpfe, die sich von Film zu Film kaum unterscheiden.
Auch wenn ich schon jahrelang ein Fan des Belgiers bin, nicht zuletzt wegen seiner Art zu kämpfen und seinem naiven Charme, so fällt es mir mittlerweile schwer zu behaupten, dass er es zu großen Taten auf der Leinwand bringt.
Einzig allein seine Darbietungen in "Replicant" machen mir Hoffnung, dass er irgendwann in einen Film mitwirkt, wo nicht der Kampf sondern die Handlung im Vordergrund steht.
Nun mag manch einer behaupten, dass dieser Film in der Tat eine Moral besitzt und auch versucht diese mundgerecht zu vermitteln. Allerdings wird diese Moral stück für stück von dem schwarzen Gefangenen gepredigt, damit man überhaupt merkt, dass eine Moral in dem Film versteckt ist. Ein guter Film würde eine Botschaft aber auch anders zu vermitteln wissen.
Selbst wenn eine gute Grundidee in dem Film versteckt war, so war die Verpackung recht schlecht.
Vor allem die Tricktechnik war weit unter dem heutigen Standart und eines Filmes nicht angemessen.
Von der Motte, bis hin zu den einfachsten Nebeneffekten war alles schlecht animiert.
Untermalt wurde "In Hell" auch nicht von einer Musik, die das Blut in Wallung bringt, sondern von einer total schwul klingenden Polka-Musik, die dem Verhalten der Häftlinge entsprach.
Womit ich auch beim nächsten Kritikpunkt angelangt wäre. Mal ehrlich in dem Film werden öfter sexuelle Spielchen getrieben als in einem durchschnittlichen Erotikfilm. Ein bisschen weniger davon und ein wenig mehr Intensität in die Handlung gesteckt hätte den Film möglicherweise noch etwas an Qualität gegeben.
Dennoch kann man den Film nicht als bodenlos schlecht bezeichnen.
Wo brachiale Gewalt am Handlungsverlauf zu Werke war, da gibt es sie auch in der Choreografie der Kämpfe, die zwar nicht unbedingt ästhetisch aber hart gezeigt werden.
Aber was will man von grobmotorischen Knackis auch erwarten, außer roher Gewalt.
Allerdings hebt sich keiner der Kämpfer, in seiner Darbietung, hervor. Alle agieren auf demselben Level und zeigen nun nichts Überwältigendes.
Die Szenen kann man sich ein zweimal ansehen, genau wie den gesamten Film, aber dann ist auch für lange Zeit Schluss.
Um abschließend noch einmal auf die Moral zurückzukommen muss ich sagen, dass ich den Vergleich zwischen, dem sich verändernden van Damme, der mit der Zeit im Knast immer mehr die Charakterzüge seines Nemesis annimmt, und eben Diesem sehr gut gelungen finde. Vor allem weil van Damme, mit der Zeit dasselbe äußere Erscheinungsbild aufweist. Damit setzt er, wie der Film schon sagt, lediglich eine Maske auf, die sein wahres Ich nicht preisgibt. Letzten Endes findet er jedoch wieder zu sich selbst und legt diese, doch nicht wirklich lobenswerte, Maske wieder ab.
Moral hin oder her, ein Film sollte vor allem unterhaltsam sein, besonders, wenn es sich um einen B-Movie van Damme Film handelt, und das gelingt "In Hell" wahrlich nicht.
Zu schwache Story und Kämpfe, ganz zu schweigen von der grottigen Musik und den monotonen Abläufen, veranlagen mich dazu ihm nicht mehr Punkte zu geben, wie "The Order" und ganz ehrlich mit 4 Punkten kommt er noch ganz gut weg.