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Wenn gleich zwei ehemalige Kandidatinnen von „Germany's Next Topmodel“ in einem Projekt zu sehen sind, handelt es sich entweder um das Dschungelcamp oder Schundfilmer Jochen Taubert lädt zu einem Dreh rund um seinen Heimatort Stadtlohn. Dabei üben sie jeweils das aus, was sie am besten können: Die eine zieht sich aus, die andere bewegt sich grazil durch die Gegend.

In einer Psychiatrie begegnen sich Schicksale: Eine Automechanikerin, die mit ihrem Gefolge mehrere Morde begangen haben soll und Schlächter Brutus, der mit Machete bewaffnet auf der Suche nach seiner verlorenen Schwester ist…

Wer mit Taubert und seinen zweifelhaften Werken einigermaßen vertraut ist, hat die Kiste Bier griffbereit stehen und befindet sich in einer Stimmung, die überaus grenzdebilen Trash zulässt. Im Grunde verwurstet er hier eines seiner früheren Werke, wobei das p als Synonym fürs Urinieren steht, - puke, wie Erbrechen hätte aber auch gepasst.

Die Handlung dient natürlich nur als vages Grundgerüst, um einige krude Ideen aneinander zu reihen, bei denen zu 85 Prozent halbnackte Frauen involviert sind. Oder weitgehend stumme Vollidioten. Wie ein Typ mit Ledergeschirr, der als Hund auf den Namen Gaddafi hört und an der Leine geführt wird oder diverse Polizisten, die nur darauf warten, von der Waldfrau mit deren Pfeilen getroffen zu werden. Dazu gesellen sich kleine Ekeleien wie das Spielen mit vermeintlichen Exkrementen oder das Naschen aus einer Dose Katzenfutter.

Nicht zu vergessen, die volle Dröhnung an Dumpfbackendialogen, von denen ein Großteil improvisiert sein dürfte. Manche sind so übel betont, dass sie schon wieder Freude bereiten und wenn eine Omi auf die Idee kommt, sich zwei Eier per Pfanne auf dem Grill zu braten (der natürlich nicht in Betrieb ist), kann der Charme der Billigproduktion sogar zuweilen punkten. Aber eben nur selten, denn anderweitig wirkt der Stoff mitunter so, als würde Taubert das Schlechteste von allen Helge Schneider-Filmen zusammenfassen und es mit Splattereinlagen anreichern.

In diesem Kontext wird in erster Linie die Machete eingesetzt und landet mit Vorliebe im Schädel, während die dazugehörigen Opfer natürlich noch mindestens eine Minute schreien. Das zu helle und meist zu dickflüssige Kunstblut wird großzügig verteilt und eher selten auf CGI zurückgegriffen, einige praktische Effekte wie ein verätztes Gesicht sind ebenfalls vorhanden und nicht ganz übel in Szene gesetzt.

Während der Score völlig wahllos eingesetzt wird, wonach auch mal heroische Klänge ertönen, während ein Paar kinky Whisky-Spiele praktiziert, sind die Mimen mit einiger Spielfreude bei der Sache. Wie oben erwähnt, erscheint Micaela Schäfer mit einem Gastauftritt als Schuhverkäuferin und bleibt nicht allzu lange angezogen, während Tayana Wolf schauspielerisch eine im Vergleich recht solide Leistung erbringt und als Waldfrau tatsächlich so etwas wie Sinnlichkeit einfließen lässt, - sicher auch, weil sie sich eben nicht auszieht.

So bleibt unterm Strich alles beim alten, denn Taubert liefert einen einzigen Laufzeitstrecker ab und schafft es immerhin, das Tempo relativ konstant hoch zu halten. Er bleibt beharrlich in der Position, schlechte Filme abzuliefern, was sich primär inhaltlich widerspiegelt und zahlreiche Kontinuitätsfehler aufweist, beinahe so viele wie nackte Hupen.
4 von 10

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