Review

Ein klasse Film, atmosphärisch und cool präsentiert.
Story:
Nachdem Nosferatu (Klaus Kinski) im Karneval von Venedig untergegangen und bis dato nicht mehr aufgetaucht war, ist man sicher,dass der Fürst der Finsternis tot sei.Doch als Professor Catalano (Christopher Plummer) nach Venedig zur jungen Adeligen Helietta eingeladen wird, passieren wieder merkwürdige und grausame Ereignisse.Auf der Familie lastet ein Fluch, und Catalano glaubt diesen beseitigen zu können.Er öffnet Nosferatus Grab und erweckt den dunklen Prinzen wieder zum Leben.Der kann seine Unsterblichkeit nicht ertragen und will endlich den Tod finden.Das kann nur geschehen, indem er Sex mit einer Jungfrau hat, die Vereinigung würde den Tod für ihn herbeiführen.
Da bietet Maria, die Schwester von Helietta, das geeigntete Ziel.Sie ist Jungfrau.......
Es sei gesagt, dass der MIttelpunkt des Films Klaus Kinski ist.Mit ihm steht und fällt der Film.Obwohl Christopher Plummer stark ist, einen echten Gegenspieler abgibt, und mit seiner Mimik die Rolle ausfüllt, ist es KInski, der alle Blicke auf sich zieht.
Er spielt wunderbar, gebrochen,unglücklich, aber nicht ungefährlich.Dieses Motiv des unglücklichen Vampirs, der die Liebe sucht und endlich sterben und damit erlöst werden will, zeigte schon Werner Herzog in "Nosferatu" (1979).Nosferatu ist zwar eine gefährlich wie eine Cobra, aber in gewisser Weise wie ein verletztes Tier, das Schutz und Geborgenheit sucht.Die Doppelköpfigkeit, die zwei Seiten seines Charakters, kann nur von Klaus Kinski so dargestellt werden.Denn er war zeit seines Lebens nichts anderes:Er war unglücklich, suchte Liebe und Geborgenheit.Da er die nie in befriedigenem Maße erhielt, war er für seine Umwelt ein offenes Messer, an dessen Charakter man sich die Zähne ausbiss.So kann er durch seine Passion, seine Bestimmung den Vampir ausfüllen und ihn zu einer magischen Kinofigur machen, die in die Analen eingehen wird.
Kinskis großartiges Spiel knüpft an seine erste Leistung aus "Nosferatu" (1979) an.Doch wirkt er hier noch bestialischer, wilder.Natürlich durch seine markanten Gesichtszüge, die bei ihm im Alter immer deutlicher wurden ("Mein Innerstes zeichnet sich immer mehr auf meinem Gesicht ab."), aber vor allem an der Frisur. Die langen Haare sind die eines Löwen, eines manischen Raubtiers, das alles verschlingt, was sich ihm in den Weg stellt.Das Äußere ist deutlicher positiver zu verzeichnen, trägt zur Stimmung bei.
Vor allem ist es die magische Anziehungskraft Venedigs, die den Film noch sehenswerter machen, als er ohnehin schon ist.Die Bauten, der Nebel, die Gesellschaft begleiten den Zuschauer in fast mittelalterliche Zeiten, die die Sagen und Legenden der Vampire noch deutlicher zum Ausdruck bringen.Die Katakomben, die Gruft, die Nischen und Ecken der Türme, alles ist geschaffen für Nosferatu, um sein grausames Werk zu vollenden.Die Menschen wirken hilflos, wie Kinder im Raubtierkäfig.Das sie ohne Chancen sind, ist klar.
Nosferatu kann hier, im Gegnsatz zu "Nosferatu" (1979), seine Gestalt verändern, wie ein Chamäleon.Er täuscht so die Menschen, und kann sofort zubeißen.Außerdem tötet er seine Opfer, indem er ihnen mitten ins Gesicht beißt und sie dann zu Vampiren verwandelt.
Das Ende ist großartig.
Nosferatu wird im Liebesakt mit Maria gestört und sein Plan zu sterben wird vereitelt.So kann er nur eins tun:sie mit nehmen auf die Reise in ein unendliches, aber schicksalhaftes Leben.
Da Nosferatu nicht stirbt, wird die Wirkung beider zusammenhängender Filme noch verstärkt.Nosferatu wird nie sterben können, sein Schicksal ist besiegelt.Damit wir auch das alles für den Zuschauer verständlich, er wird in die Unerträglichkeit miteinbezogen.So wird kein dummer Abschluß gefunden, der den Vampir sterben läßt, sondern ein höchst poetisches und kräftiges Ende, das im Gedächtnis bleibt.
Der Film ist klare FSK 18, da Leute die Gesichter zerbissen werden, und Menschen von Zäunen aufgespeißt werden.Die Gewalt ist aber nicht der Mittelpunkt des FIlms, trägt aber zur Stimmung bei.
Klaus Kinski war wie geschaffen für Filmfiguren wie Nosferatu.Gestalten, die Liebe suchen, akzeptiert werden wollen, aber durch ihre Beschaffenheiten niemals integreirt werden können.Mystische Erscheinungen, die kommen und gehen, dabei aber einen Eindruck hinterlassen, die sich allen ins Gedächtnis fräsen wird.
Genau wie der Mensch Kinski.Ein großartiger, monumentaler Darsteller, der prädestiniert war für historische, mystische Filmfiguren.Seine Legende lebt durch seine Filme weiter.
Und "Nosferatu in Venedig" ist einer davon.
9/10 Punkten.

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