21 GRAMM- was als etwas verwirrender Fleckerlteppich aus einzelnen Szenen beginnt entfaltet sich schließlich zu wahrhaft beeindruckender und dramatisch in Szene gesetzter Erzählkunst. Drei so unterschiedliche Charaktere treffen hier aufeinander, aneinandergekettet durch einen schicksalsschweren Unfall, den keinen der drei jemals wieder loslassen wird. Da ist der schwer kranke Paul, der dringend ein neues Herz benötigt, dann der nach mehreren Gefängnissaufenthalten geläuterte Jack und Christina, ehemalige Drogensüchtigte, jetzt inmitten ihrer zwei Töchter, glücklich in ihrerer neuen Rolle als gutbürgerliche Vorstadtmutter samt liebevollen Ehemann. Eine einzige Sekunde verändert ihr aller Leben für immer.
Gerade in der Kürze einiger wichtiger Szenen kommt die Dramatik und die Trauer, der Haß und gerade auch die Ohnmacht der Charaktere besonders gut zur Geltung. Naomi Watts, für diese Rolle zu recht für den Oscar nominiert, erfüllt ihre Rolle mit einer Leidenschaftlichkeit, die dem Film viel an Gefühl vermittelt; ansonst bleibt er eher düster und kalt. Die Handlungsstränge, die nicht geradlinig von vorne nach hinten oder von hinten nach vorn verlaufen, ergeben schließlich Sinn,
man ist gefesselt von der erdrückenden Schuld des einen und der Trauer der anderen. Der Rückfall in dieses trostlose Dasein kann schwer wiegen, reichen 21 Gramm für so viel Seele? Kann man mit dieser Last weitermachen? Als Antwort die Flucht zu Drogen, Alkohol und Einsamkeit. Abschottung gegenüber den Verpflichtungen die man seiner Familie oder der Gesellschaft gegenüber hat. Die rosarote Brille funktioniert hier nicht mehr. Perfekt inszeniert von Alejandro González Ináritu; einem Spanier der so manchem Amerikaner zum Vorbild gereichen sollte.
Fazit: faszinierender und ergreifender Film mit hervorragenden Schauspielern; Achtung ist geboten, sonst verpasst man vielleicht aussagekräftiges!! Ein wirklich sehenswertes Filmmeisterwerk!!!