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Wie schon in seinem viel umjubelten Werk "Amores Perrops" verknüpft Regisseur Alejandro González Iñárritu das Schicksal dreier Menschen über einen Verkehrsunfall.

Jack Jordan (Benicio des Toro), ein Ex-Verbrecher, der verzweifelt versucht, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen, überfährt unabsichtlich den Mann und die Kinder von Christina Peck (Naomi Watts). Das Herz des überfahrenen Mannes ist die letzte Rettung für den todkranken Mathematikprofessor Paul Rivers (Sean Penn), der nun unbedingt herausfinden möchte, wer der Spender seines neuen Herzens ist, und lernt dessen Witwe kennen. Er weckt dadurch Rachegedanken in ihr und beide machen sich auf die Suche nach dem Unfallfahrer ...

Die hier chronologisch erzählte Geschichte wird im Film in ineinander verwobenen Häppchen serviert, was den Film nicht unbekömmlich, aber doch schwer konsumierbar macht. Wenn man vorher nichts über den Film gelesen hat, muss man sich doch sehr konzentrieren, um den Plot nachvollziehen zu können.

Die drei Hauptfiguren werden sorgfältig geschildert. Sie legen das Innerste ihrer Seelen frei. Aber auch ihr Umfeld, d. h. ihre Familien und Kollegen bekommen genug Raum zur Entfaltung. Die Schauspieler spielen dabei, als ginge es um ihr Leben. Folgerichtig wurden Benicio del Toro und Naomi Watts auch für den Oscar vorgeschlagen. Nur Sean Penn wurde ungerechtfertigterweise nicht berücksichtigt, obwohl er eine ähnlich tolle Performance hinlegt wie in "Mystic River". Einziger Wermutstropfen bei den Charakteren ist, dass man Sean Penn zu einem Mathematikprofessor gemacht hat. Das ist irgendwie unpassend, denn meiner Meinung nach würde sich ein Mathematikprofessor nicht so verhalten wie die Figur des Paul Rivers.

Der Film platzt fast vor intensiv gespielten Szenen. Das Drehbuch bietet eine Reihe von sehr schwermütigen und traurigen Dialogen. Es gibt aber auch Szenen, die so wunderschön sind, dass sich nur deshalb schon ein Besuch des Films lohnt. In einer Szene sagt Christina zu Paul: "Das geht nicht! Sie können mich nicht einfach mögen!" Eine toll gespielte Szene, die die ganzen Selbstvorwürfe, die ganze Trauer von Christina deutlich macht.

Die verschachtelte Handlung und die schwermütige Stimmung des Films werden "21 Gramm" sicher nicht zum Kassenschlager machen, weil er eben nicht mal eben einfach so nebenbei gesehen werden kann. Aber für alle, die sich auf den Film einlassen wollen, hält er zwei Stunden intensives Schauspielerkino bereit. 7,5/10

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