44 Minutes schildert die wahren Begebenheiten einer wilden Schießerei in Nord-Hollywood, die am 28.02.1997 stattfand. In einem dokumentarischen Stil erzählt Regisseur Yves Simoneau (Ignition, Free Money) die Ereignisse aus der Sichtweise von mehreren Beamten des LAPD, die an dem Vorfall beteiligt waren.
Zwei mit AK-47-Maschinengewehren bewaffnete, maskierte und durch Körperpanzerung geschützte Männer (Oleg Taktarov, Andrew Bryniarski) planen einen Geldtransporter zu überfallen. Doch das Vorhaben geht schief, weshalb beide kurz darauf die Bank of America stürmen, um an ihr Geld zu kommen. Zu ihrem Pech bekommt die Polizei davon Wind und kann noch rechtzeitig anrücken. Jedoch können die Cops mit ihren 9mm-Pistolen die Körperpanzerung der Gangster nicht durchdringen und für einen Headshot sind die beiden zu weit entfernt. Mit den großkalibrigen Gewehren schaffen die Gangster es tatsächlich über 50 Cops für rund 44 Minuten in Schach zu halten, ehe das im Stau stecken gebliebene SWAT den Ort des Geschehens erreichen kann...
Am meisten Zeit widmet der Film drei LAPD-Beamten, die hier von Michael Madsen (Getaway, Made of Steel), Ron Livingston (The Cooler, Band Of Brothers) und Mario Van Peebles (Highlander 3, Solo) gespielt werden. Alle drei versuchen ihre Parts so real wie möglich zu spielen und Übertreibungen zu vermeiden. Das gelingt ihnen auch, wenngleich Van Peebles in einer Szene den Moralisten raushängen lässt, um einem jugendlichen Kriminellen auf den rechten Weg zu helfen. Danach vollbringt er aber eine solide Leistung. Die beiden (scheinbar) osteuropäischen Gangster werden von Oleg Taktarov (Bad Boys 2, Rollerball) und Leatherface-Darsteller Andrew Bryniarski (TCM 2003, Rollerball) verkörpert, die ebnfalls eine passable Performance über die Bühne ziehen können, wenngleich sie die meiste Zeit maskiert agieren.
In der ersten halben Stunde führt 44 Minutes die Charaktere ein, liefert Background-Informationen, lässt den Zuschauer etwas am Privatleben der Cops teilhaben und schildert Routinefahrten des LAPD im COPS-Format. Das ist auch nötig, damit einem die Charaktere während des langen Shoot-Outs nicht völlig am Arsch vorbei gehen. So kann man durchaus mit den Polizisten mitfiebern. Sobald die Mega-Schießerei beginnt ist vor allem Action angesagt. Zwar deutlich in der Unterzahl gelingt es den Gangstern mit ihren AK-47's die Cops auf Abstand zu halten, während diese mit ihren 9mm Beretta-Pistolen dagegen halten müssen, was aufgrund der starken Körperpanzerung der Banditen aussichtslos erscheint. Erst zum Schluss kann das SWAT mit M4- und CAR 15-Gewehren Abhilfe schaffen. Nach diesem Vorfall gehören diese Halbautomatiks auch zur Standartausrüstung der Streifenpolizei. Das annähernd 44 Minuten lange, und damit fast in Realtime erzählt, Shoot-Out selber kann sich von der Inszenierung her wahrlich sehen lassen. Überall schlagen Gewehrkugeln ein, Fahrzeuge werden regelrecht durchlöchert, Glas geht gleich haufenweise zu Bruch und auch der eine oder andere Cop kommt nicht unbeschadet davon. Deutlich zoomt Simoneau bei den blutigen Treffern ran, was im Endeffekt auch realistischer wirkt als bloss blutbeschmierte Uniformen. Visuell wird eine dokumentarische Kameraführung verwendet, um den Anschein einer echten TV-Reportage zu erwecken, was auch größtenteils funktioniert. Auch die Kulissen, Fahrzeuge sowie Nebendarsteller wirken recht authentisch, und der Sound wertet vor allem den genialen Dauer-Shoot-Out nochmal auf. Gar nicht auszudenken, was das eventuell für ein toller Actioner geworden wäre, wenn man ein Big Budget und einen Regisseur vom Kaliber eines Michael Bay oder John McTiernan zur Verfügung gehabt hätte. Doch auch für TV-Verhältnisse ist 44 Minutes fast schon überdurchschnittlich gut gelungen.
Yves Simoneau schildert die Schießerei, bei der weder Polizisten noch Zivilsten ums Leben kamen, in bester Dokumentarqualität mit einem recht großen und ausführlichen Actionfaktor, soliden Darstellern und realistischen Sets. Für Freunde von Filmen wie S.W.A.T. und Dark Blue führt hier kein Weg vorbei. Aber auch die restlichen Actionfans werden ihre Freude an 44 Minutes haben.