Review

Freddy vs. Jason

Vorsicht Spoiler!

Der Horrorfilm ist tot, zumindest nach diesem Kraut- und Rübenfilm, der in Kommentaren als sooo hart angepriesen wurde. Ich bin jedoch maßlos enttäuscht, da ich mir viel mehr von ihm erwartet hatte.

Die Idee, beide Figuren aufeinander treffen zu lassen, ist zwar recht witzig, besonders in den letzten 5 Minuten, wenn Freddy und Jason sich gegenseitig zerlegen (Freddy ist inzwischen verletzbar geworden, da er aus der Traumwelt rübergeholt wurde). Doch ist dieses Aufeinandertreffen beider Charaktere zu kurz geraten.

Gewiss, die Szene in denen beide unverletzlich sind, und sich in der Halle malträtieren, ist für den Splatterfan am Schönsten: Jason amputiert Freddy beide Arme, die wieder nachwachsen, Durchbohrungen, Blut spritzt etc. etc. Doch ist der Weg dahin zu abgelutscht.

Freddy und Jason sind doch bekannte und geliebte Horrorfiguren, dennoch gibt sich der Film die Mühe, beide noch eingehend vorzustellen. Dies schadet zwar dem Film nicht, doch es fällt auf das hiermit Zeit gespart wird, um es richtig krachen zu lassen. Bis dahin muss sich der Zuschauer mit billigen Enthauptungen zufrieden geben, Jason durchbohrt ein Opfer mit der Machete etc., aber dies alles langweilt bald, da es zig mal (zumindest in den ungeschnittenen Versionen der Filme) passiert ist.

So ist die Szene im Maisfeld lustig anzusehen, macht aber recht keinen Sinn, und endet auch viel zu abrupt, um zur Fahrt in den Bus überzuleiten. Wer weiß, ob hier die Amerikanische MPAA geschnitten hat für die r-Fassung. Jedenfalls sind die Paar EFX (Hals 180 Grad gedreht und alles angezündet) zu lahm, um ein gutes Tempo hinzulegen.

Zwei gute Szenen hat der Film immerhin: wie gesagt den blutigen und lustigen Endkampf am Fluss, und die Klopperei auf der Baustelle. Dazwischen müssen kleinere Gags die abgelutschte Szenerie retten, so z.B. wenn Jason im Traum von Freddy ertränkt werden soll, und im Wagen anfängt zu gurgeln. Wer soll ihm erste Hilfe (Mund-zu-Mund-Beatmung) geben, bei den guten und geraden Zähnen? Zum Glück erwacht Jason und erspart uns die dümmlichen Dialoge.

Das Ende ist auch überraschend: Jason steigt aus den Fluten des Camp Crystal Sees und trägt Freddys Kopf bei sich, der, in Nahaufnahme, dem Zuschauer zublinzelt. Fortsetzung folgt?

Zumindest gibt es auch einige positive Stellen: so nimmt sich der Film selbst auf die Schippe, wenn beim Camp Crystal Lake sich Freddy vergnügt und eine Leiche poppt, oder wenn er Jasons Kopf unter Wasser drückt, um ihn zu ertränken. Diese Szenen zeugen von einem hohen Grad von Selbstironie, die den Film letztendlich doch retten.

Fazit: Solide inszenierte, jedoch recht langweilige Horrorkost, die zwar selbstironisch daherkommt, jedoch das rechte Maß noch nicht gefunden hat.

6 Punkte

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