„Freddy Vs. Jason“ ist ein schwarzhumoriges Aufeinandertreffen der beiden Genregrößen unter der Regie von Ronny Yu.
Freddy Krüger (Robert Englund) ist in Vergessenheit geraten: Die Eltern haben dafür gesagt, dass keines ihrer Kinder von ihm erfährt und alle Jugendlichen, die noch davon wissen in eine Anstalt gesteckt, wo sie mit Drogen vom Träumen abgehalten werden. „Freddy Vs. Jason“ fügt sich überraschend gut in die Story der „Nightmare on Elm Street“-Saga – bei der Minimalstory der Freitage sind diese im Vergleich ziemlich simpel einzubinden.
Jason Vorhees (Ken Kirzinger) ist (mal wieder) tot und zerstört, doch dank seiner unglaublichen Regenerationsfähigkeit er auch recht bald wieder auf den Beinen. Freddy kommt in dessen Träume und macht ihm das Teenie-Meucheln in der Gestalt von Jasons Mutter schmackhaft – und zwar in der Elm Street. Jason zieht auch gleich los und verhackstückt wenig später einen Jung-Macho nach dem Pimpern. Gleich zu Beginn schlägt „Freddy Vs. Jason“ einen sehr humorigen Ton an, denn die Szene, in der Jason den saudoofen Teenie mittels Feldbett in einen ziemlich geknickten Typen verwandelt ist Komik pur.
Die Clique um Lori Campbell (Monica Keena) findet ihren ermordeten Freund recht schnell und ruft am Boden zerstört die Polizei. Kurze Zeit nach dem Auftauchen der Ordnungshüter kommen die ersten Freddy-Spekulationen auf und die Jugendlichen beginnen von ihm zu erfahren. Der Traumkiller will nun nach neuen Opfern suchen – doch Jason wird ihm zu übermütig, weshalb er ihn wieder loswerden will...
Ronny Yus schwarzhumoriger Streifen besitzt eher eine Alibi-Story, die als plakative Folie für Teenie-Meucheleien dient, ehe dann am Ende das Duell der Killer ansteht. So erreicht die Spannung auch ein bestenfalls solides Niveau, auch wenn Ronny Yu mit einer paar netten Schockeffekten agiert (z.B. die Szene mit der Hecke). Das Ende des Films gestaltet sich schließlich derart, dass man weder die Jason- noch die Freddy-Fangemeinde vergraulen will und sich kein klarer Sieger herausstellt – aber genaueres wird nicht verraten.
Auf der Seite der positiven Aspekte kann „Freddy Vs. Jason“ mehrere Dinge verbuchen: Da wären zum einen die atmosphärischen Sets, darunter auch altbekannte Locations wie Camp Crystal Lake, der Heizungskeller und die Elm Street, die unter Ronny Yus Regie auch ziemlich gut zur Geltung kommen. Der Soundtrack bietet (in erster Linie in Vor- und Abspann) ein paar angenehm harte Rock- und Metalstücke. Hauptaugenmerk liegen natürlich auf dem Humor (meist zynische Sprüche Freddys) wie den blutig-ironischen Kills, die auch witzig gemeint sind. Zudem geht der Film gut auf beide Serien ein: Wenn Jason am Zug ist, gibt es simples Schlachten, wenn Freddy kommt, mit FX und Spannung gespickte Phantasiewelten.
Kritik gibt es an sich nur wenig zu üben. Mag man über die eher dünnen Darstellerleistungen hinwegsehen, so sind die Dialoge doch etwas zu doof und simpel, so dass sie etwas stören. Vor allem das ganze Fachsimpeln der Teenies über die beiden Killer, wenige Zeit nachdem sie von ihnen gehört haben, ist etwas hohl. Zum anderen ist gerade das Finale Duell der beiden vielleicht etwas zu ausgewalzt und comichaft (das meterhohe durch-die-Luft-werfen auch in der realen Welt), auch wenn dies nur ganz wenig stört.
An der Qualität der Darstellerleistungen hat sich im Vergleich zu den früheren Filmen nicht viel geändert. Dieses Mal hoppeln die Darsteller zwar mit moderneren Frisuren durch die Gegend, aber das Schauspiel erreicht bestenfalls Routineniveau – auch wenn das bei diesem Film nicht wirklich stört.
So bleibt ein ausgesprochen witziges und überraschend politisch inkorrektes (was sowohl Gewalt als auch Nacktheit angeht) Horror-Revival – trotz ziemlich mauer Dialoge.