Nach zehn Jahren emsiges Warten war es dann soweit. Viele Ankündigungen gab es über Jahre, doch 2003 gab es den Film dann wirklich, „Freddy vs. Jason“.
Der ehemalige Kindermörder Freddy Krueger (Robert Englund) hat es nicht leicht. Kein Teenager kennt ihn noch, die Erwachsenen haben alles mögliche getan, dass der Name Freddy Krueger in der Elm Street so gut wie ausgelöscht wurde. Daher hat Freddy auch keine Macht mehr, in den Träumen der Teenager zu gelangen. Die, die ihn noch kennen, landeten in einer psychischen Anstalt und werden mit Drogen daran gehindert, überhaupt noch was zu träumen.
Also hat Freddy einen Plan, wie die Menschen sich wieder an ihn erinnern. Er erscheint Jason Voorhees (Ken Kirzinger) (natürlich bekannt aus Freitag, der 13.)in seinem Traum als seine Mutter und befiehlt ihm, die Teenager in der Elm Street zu töten, so dass der Name Freddy Krueger doch wieder durch die Elm Street wandert. Jason macht sich auch direkt auf dem Weg zur Elm Street und tötet gleich zwei Freunde von Lori (Monica Keena). Durch Zufall bekommt sie mit, wie der Name Freddy Krueger von den Polizisten und Erwachsenen genannt wird, doch sie kann damit zunächst nichts anfangen.
Loris ehemaliger Freund Will, auch „Gast“ in der psychologischen Klinik, sieht Lori womöglich in Gefahr und bricht aus der Anstalt aus. In der Zwischenzeit metzelt sich Jason weiter durch die Elm Street und Freddy wird stärker und stärker. Doch Freddy hat nicht damit gerechnet, dass ihm Jason so gut wie keine Opfer übriglassen will. Nun muss sich Freddy nicht nur um die Teenager kümmern, sondern erst mal um Jason...
Ich erinnere mich noch, als ob es gestern war. Da guckt man seelenruhig „Jason goes to Hell“ und kurz vor Ende greift die Hand von Freddy Krueger Jasons Maske. Die Gerüchteküche brodelte, wird es einen Film geben mit den beiden bekanntesten Horrorfiguren.
Erst mal passierte nichts, dann immer mal wieder Gerüchte, an nie was handfestes.
Stattdessen erfreute ein zehnter Jason-Teil die Horrorgemeinde, doch dann stand es fest, man würde „Freddy vs. Jason“ drehen, und kein anderer als Ronny Yu (Bride of Chucky) würde auf dem Regiestuhl Platznehmen. Und das warten hat sich gelohnt.
Es hätte viel schief gehen können, doch der Film ist ein Knaller. Das liegt nun nicht nur am Regisseur, sondern das man auch Robert Englund wieder als Freddy Krueger Darsteller bekommen konnte. Und man kann locker sagen, der Robert hat es noch drauf. Genial wie immer präsentiert er uns Krueger, wie üblich mit rabenschwarzem Humor.
Als Jason Darsteller wurde komischerweise nicht mehr Kane Hodder verpflichtet, sondern der eher unbekannte Stuntman Ken Kirzinger. Die Unterschiede sind enorm. War Kane Hodder doch wirklich eine Kante, nie war Jason breiter und bulliger, so ist die Figur des Jason durch Kirzinger etwas größer, aber deutlich schlanker. In einigen Situationen mag das etwas komisch aussehen, da man sich mittlerweile an Hodder als Jason gewöhnt hatte.
Bis auf Englund hat man kaum namenhafte Schauspieler verpflichtet. Als Hauptdarstellerin der Lori hatte man Monica Keena verpflichtet. Was deren Aufgabe ist, wird sofort klar, wenn sie das erste Mal ins Bild kommt. Perfekt aufs männliche Publikum zugeschnitten, besonders im Brustbereich. Auch die teilweise anderen weiblichen Darsteller geizen nicht mit ihrer Oberweite, so dass man sich direkt wieder in die alte Freitag-Reihe zurückversetzt fühlt. Dumme Teenager, die nur an das eine denken, und so ist es hier teilweise auch. Hinzu kommt die noch die klassische Fehlbesetzung, Kelly Rowland von der Gruppe Destinys Child. Scheinbar kommt es in Mode, irgendwelche Sängerinnen in Filmen zu verwenden. Doch eine gute Nachricht habe ich, wir werden irgendwann von ihr erlöst.
Auch bei den Effekten hat Ronny Yu gut zugelangt. Zwar wird in „Freddy vs. Jason“ nicht gespladdert im Minutentakt, doch ist der Film alles andere als unblutig. Immer wieder darf sich der Horrorfans an gelungenen F/X erfreuen, die die aus Jason X locker übertreffen, teilweise immer wieder gewürzt mit einer Prise Humor, insbesondere, wenn Freddy auftaucht.
Und ja, nicht umsonst heißt der Film „Freddy vs. Jason“. Was man zum Ende hin erlebt, ist der helle Wahnsinn und alle „menschlichen“ Darsteller der Serie werden zur Nebensache.
Auch der Score hat mir gefallen. Es wurden gekonnt die beiden Scores der Serien zu einem zusammengefügt, so dass sich jeder Fan einer oder gar beider Serien direkt heimisch fühlt.
Fazit: Lange hat es gedauert, nun ist der Film endlich da und man wird nicht enttäuscht. Unter der Regie Ronny Yus hat man einen Horrorfilm gedreht, der Jason X locker toppt. Wunderbare Effekte, ein glänzender Robert Englund und zumindest optische nette Schauspieler machen „Jason vs. Freddy“ zu einem der besten Horrorfilme der letzten Jahre.
Ring frei für Freddy vs. Jason, es lohnt sich!