Review

Suspiria

Dies war meine 2. "Erfahrung" mit Filmen des italienischen Regisseurs: Dario Argento (nach "Phenomena"), was mich dann auch endgültig zum "Argento"-Fan gemacht hat.

- Obwohl ich sagen muß, daß ich die anderen Argentos (ausgenommen: "Phenomena") allerdings nicht ganz so spitzenmäßig finde, wie diesen hier...

Das nur nebenbei.

Suspiria ist ein Horror-ähnlicher Schocker der, wie (ausnahmslos !) alle Argentos, nicht unter FSK18 freigegeben ist. Auch hier sind wieder teilweise recht krasse (blutig/brutale) Morde zu bewundern, die mit einem "minimal"-Soundtrack (a la "John Carpenter") für eine abgrundtief, düster, beklemmend (ja beinahe "hilflose") Stimmung sorgen.
Ein übriges tun die z.T. sehr "geheimnisvollen" Charaktere,
die klasse Story, die teils sehr ungewöhnlichen Kameraeinstellungen (wie in Hitchkock's: "Psycho"), und die noch ungewöhnlicheren Farb-"Spielereien".

- Lezteres muß irgendwie so ein "Tick" von Argento sein, weil es gibt hier Szenen, die z.B. komplett in Blau, Rot, oder Grün gehalten sind (noch etwas heftiger wird das bei: "Inferno").
D.h. alles ist beispielsweise in Blau:
der Raum, das Licht, die Kleidung, einfach alles erscheint irgendwie Blau. Aber das ist jetzt nicht negativ gemeint, im Gegenteil: das Ganze wirkt dadurch umso bedrohlicher, und hilft ungemein die ohnehin spitzenmäßige Story aufzubauen, und die Spannung permanent zu steigern.

- Alle die jetzt schon "abgeschreckt" sind, sollten dann besser auch nicht weiterlesen...

Womit wir nämlich bei der phantastischen Geschichte wären, die der Film (oder besser: Dario Argento) uns denn so erzählt:
Die junge amerikanerin "Suzy" (Jessica Harper), kommt nach München, um dort an der angesehenen Ballettschule Tanz zu studieren. Schon in der gewittrigen Nacht als sie ankommt, beobachtet sie ein junges Mädchen, die in panischer Angst gerade die Schule verläßt, und wenig später grausam ermordet wird.

Doch das bleibt nicht der einzige Vorfall dieser Art.

Zunehmend merkwürdigere Dinge geschehen rund um das finstere Haus, die die strengen Lehrer allesamt "herunterzuspielen" versuchen:
-eine Ungezieferplage die aus heiterem Himmel die Räume befällt,
-der blinde Pianist der Schule wird gräßlich von seinem Blindenhund verstümmelt,
-des Nachts hört man seltsame Geräusche auf den dunklen Gängen der Schule, bis Suzy sogar plötzlich einen Nervenzusammenbruch erleidet.

Zusammen mit Ihrer Freundin fängt sie an, Nachforschungen anzustellen.

Als die Freundin dann auch noch spurlos verschwindet, macht Suzy eine erschreckende Entdeckung in den geheimen Räumen, tief im Inneren des alten Gebäudes...


Suspiria ist der erste Teil einer (bisher) nicht vollendeten Trilogie der "3 Mütter".

- Das zu erklären, würde hier (glaube ich) etwas zu weit führen, und tut meiner Meinung nach auch nichts zur Sache, wenn man den Film denn als eigenständiges Werk betrachtet.

Nur soviel:
ein, in London lebender, Ingenieur namens: "Varelli" hat 3 bösartige Häuser entworfen, und gebaut:
eines davon in New York, eines in Rom (dort spielt Argento's "Inferno", der wesentlich schlechtere*, 2. Teil der "Trilogie"), und das dritte in Freiburg, wo Suspiria spielt.

In inneren dieser Häuser herrscht das pure Böse, was einem beim betrachten von Suspiria auch unmißverständlich klar wird.

*Oh, ich weiß;
jetzt werden mich sämtliche Argento-Fans vermutlich am liebsten "vierteilen" (oder schlimmeres) wollen, aber ich sage halt' wie es ist:
"Inferno" finde ich, im Vergleich zu Suspiria, schlicht: blöd;
weil
1. die Musik ist "nervig";
2. die Akteure rennen teils recht Hand- und Kopflos durch die Gegend;
3. Figuren mit denen man sich als Zuschauer identifizieren (oder gar "gemeinsam" Angst haben) könnte, gibt es nicht; und
4. gehen einem dadurch die Akteure auch so ziemlich am "Allerwertesten" vorbei, wenn einer davon mal "gekillt" wird...

Ganz anders Suspiria, wo man als Zuschauer gemeinsam mit Suzy das düstere Gebäude erkundet, und ab der 1. Minute an, von der überaus spannenden Erzählung gefesselt wird.

- Außerdem will ich hier ja auch nicht "Inferno"*, sondern "Suspiria" bewerten
(*der kommt vielleicht später mal...)

Suspiria ist (hat) klasse.
-Düstere Gänge, in diesem alten, morbiden Gebäude
-teils recht "heftige" Mordszenen (wie üblich bei Argento)
-eine spitzen Musik, die dem Film so den letzten "Schliff" verpaßt
-und eine beängstigende Atmosphäre, die einem bis zur letzten Minute schlicht den Atem verschlägt.

Vergleichbar bestenfalls mit Argento's "Phenomena", der ähnlich intensiv "gelagert" ist (und ebenfalls zu meinen "Lieblings-Argentos" gehört).

- Ich weiß nicht, ob man Argentos Filme überhaupt als "Horrorfilm" bezeichnen kann, weil die (meist) doch irgendwie mehr in Richtung "Mysterie-Krimi" (oder sowas) gehen. Auf jeden Fall ist dieser Film unbedingt sehenswert, allerdings nur für Leute ohne schwache Nerven !

Fazit:
Alle Argento-Fans haben das Teil sowieso im DVD-Regal (ich eingeschlossen). Alle anderen, die auf Horrorfilme (o.ä.) stehen, sollten den Streifen zumindest mal gesehen haben.

- Ich finde das ist das mindeste, denn "Suspiria" gehört meiner Meinung nach zur "Pflichtlektüre", ähnlich wie die Bibel zur Kirche.
Also: wer die DVD(s) noch nicht hat, SOFORT KAUFEN !

Alle anderen, die nichtmal wissen was ein "Argento" ist,
oder keine Ahnung von wirklich (!) guten "Horror"-Filmen (o.ä.) haben, sollten tunlichst die Finger von dem Teil lassen.
Der ist nichts für Kinder; und schonmal gar nichts für Leute, die sich im Dunkeln fürchten...

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