Suspiria war nun mein erster älterer Film von dem Regisseur Dario Argento. Zuvor habe ich nur "Sleepless" gesehen, doch dies ist lange her, die Version war cut und ich fand ihn total dämlich. Ich dachte ich gebe Argento noch eine Chance und so habe ich mir sein Machtwerk "Suspiria" angeschaut, welches ja im Allgemeinfall recht euphorisch bejubelt wird.
Die Story ist recht simpel und zählt eindeutig nicht zu den Stärken des Films. Die amerikanische Tänzerin Suzy (Jessica Harper) reist nach Deutschland um an einer Tanzschule zu studieren. Doch bereits kurz nach ihrer Anreise geschehen seltsame Dinge und kurz darauf auch Morde ...
Schon in den ersten paar Minuten fällt auf, was den Film so besonders macht und ihn von anderen unterscheidet. Das Intro beginnt mit der Titelmelodie des Films, welches von der Band Goblin und Dario Argento geschrieben wurde. Der Soundtrack (komplett von Goblin) ist wirklich sehr schräg und bizarr und lässt eine beklemmende Atmosphäre enstehen, obwohl der Film eigentlich nicht besonders zum fürchten ist (dies war zu seiner Zeit bestimmt anders). Nach dem stimmigen aber simplen Intro gehts auch schon mit Argentos Bilderflut, aus leuchtenden Farben, erstklassigen Kameraarbeiten und außergewöhnlich beleuchteten Sets, los. Eine einfache Taxifahrt entwickelt sich zu einem abgefahrenen Trip .. von allen Seiten wirken verschiedene Farben auf die Hauptdarstellerin ein. Diese Technik zieht Argento den ganzen Film fast ausnahmslos durch. Bei einer Verfolgungsjagd z.B. flüchtet eine Schülerin durch tief blau gefärbte Räume der Schule.. in einer anderen Szene wird mithilfe Scheinwerfern und Farbfiltern ein ganzes Außenareal gelb gefärbt. Praktisch jede Szene wirkt durch diese grellen Farben sehr speziell.
Storytechnisch haut der Film denke ich mal keinen von den Socken, doch die stilistischen Mittel mit denen Argento hier zu Werke ging sind einfach klasse und in dieser Form einmalig. Da kann man sogar über die teilweise bescheidenen Effekte und das durchaus vorhandene Overacting hinwegsehen. Ich denke die übertriebene Form der Schauspielerrei (hier in den Mordszenen), war zu dieser Zeit (1976) üblich und wirkte auf die Zuschauer nicht so seltsam wie heute. Abgesehen davon spielen die Schauspieler alle durchaus überzeugend. Wirklich brutal ist der Film eigentlich nicht (Kein Splatter!) und deswegen zu unrecht indiziert. Viele FSK 16 Filme sind um längen blutiger aber nun ja ...
Fazit: Ein optisch einmaliger und sehr sehenswerter Film! Werde mir auf alle Fälle noch mehr Argento Filme zu Gemüte führen. Doch für reine Fans des teureren aktuellen Kinos wohl eher nicht geeignet, da stößt der Film höchstwarscheinlich nur auf Kopfschütteln und Unverständnis. 9/10!