Review

Ich finde Suspiria überbewertet.

Der erste Dario Argento Film, den ich hiermit gesehen habe, hat mich nicht unbedingt animiert, mir weitere Werke zu besorgen. Wobei der Film nicht schlecht ist, lediglich seine Platzierung nahe den Top 100 in der ofdb halte ich für unangebracht. Sicherlich finden wir ganz starke Elemente im Film. Da wäre die Musik von Goblin, eine italienische Band, die zusammen mit Argento den Soundtrack schrieb. Heutzutage macht das nicht mehr vielen Leuten Angst, für mich war es stimmungstechnisch durchaus passend. Teilweise vielleicht ein wenig überzogen, was die schreienden Stimmen während der Musik angeht, das führt ein bisschen ins Lächerliche.

Die Story ist ein Problem des Films, da sie schon ziemlich flach ist und meiner Meinung nach wird ihr Potential keineswegs ausgenutzt. Es geht um die Balletttänzerin Suzi (Jessica Harper), die von New York nach München zieht, um dort einer Ballettschule beizutreten. Schon am ersten Abend wird sie negativ überrascht, als eine junge Dame schreiend diese Schule verlässt und durch den Wald flieht. Diese Szene hat mir sehr gut gefallen, da es schon gruselig ist, durch die Autofenster das rennende Mädchen im Wald zu beobachten. In der Schule passieren seltsame Dinge. Suzi wird öfters übel, man erahnt Schlimmes. Dann auch noch die Nachricht, dass das Mädchen, das floh, ermordet wurde. Es gilt nun für Suzi, das Geheimnis der Ballettschule zu lüften...

Besonders negativ sind mir die Effekte aufgefallen. Klar ist der Film alt, aber was uns hier vorgesetzt wird, ist in keiner Form erschreckend. Das Blut sieht so unecht aus, dass man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen kann. Die "Herzszene" ist ebenfalls eher lächerlich als schockierend. Zudem ist die Augensequenz (vorm Fenster) am Anfang unglaublich schlecht.

Besonders negativ fand ich, dass man das Potential der Story nicht genutzt hat. Es werden für meinen Geschmack recht wenige schaurige oder beängstigende Bilder geboten. Mit den Gängen in der Schule hätte man viel besser arbeiten können. Weitgehend wird nur über die Gefahr gesprochen, ohne dass man jemals etwas zu Gesicht bekommt.

SPOILER Erst gegen Ende, als Suzi der Sache auf eigene Faust auf den Grund geht, wird es richtig spannend. Vorher kaum. Das Finale hatte auch deutlich mehr Potential, als genutzt wurde. Die Rückkehr der toten Freundin war schon sehr schaurig, aber wie dann die Oberhexe völlig verblödet nicht ganz unsichtbar auf ihrem Bett hockt und erstochen wird war schon äußerst schwach und billig. SPOILER ENDE

Ich muss dazu sagen, dass ich nicht zu der neuen Generation gehöre, die nur noch Filme wie "Hills have eyes" (2006) gut findet, weil die Gewalt im Vordergund steht. Wir starteten den Film gestern zu viert, den anderen drei war der Film nach 10 Minuten schon zu lahm, also kam ich alleine in den Genuss. War so wohl das Beste, mir blieben dumme, angstreduzierende Kommentare erspart. Trotzdem schlug die Stimmung des Films nicht in dem Maße auf mich über, wie es in zahlreichen Reviews angepriesen wird.

Kritisieren möchte ich noch die Ansicht, der Film sei frauenfeindlich. Wie viele Filme müsste man als frauenfeindlich bezeichnen, wenn man schon bei Suspiria ("Das Keuchen") anfängt?

Fazit: Alles in allem ein Film mit starken Momenten, wenigen furchteinflößenden Bildern, interessantem Farbenspiel, gutem (teilweise übertriebenem) Soundtrack von Goblin, zu wenig Spannung, zu wenig genutztes Potential. Daher 5 Punkte von meiner Seite. Euer

Don

Details
Ähnliche Filme