"Suspiria" ist eine von Dario Argento´s beeindruckensten Arbeiten. Er fungierte hier selbst als Drehbuchautor, Produzent und Komponist. Der Horrorregisseur begann seine Karriere als Drehbuchautor und Schauspieler, 1970 inszenierte er mit "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" seinen ersten Horrorfilm. Es folgten bis heute kultige Werke, wie "Tenebrae" oder "Phenomena". Sein jüngster Film "The Third Mother" lief bisher noch nicht in den deutschen Kinos.
Suzy Bannion (Jessica Harper) will das Ballet erlernen und reist dafür von New York nach München, in eine sehr angesehene Schule. Unter sehr harter Hand werden die Schüler angeleitet, zudem geschehen bald merkwürdige Dinge an der abgelegenen Schule. Ein Mädchen wird ermordet, ein Mitarbeiter entlassen, eine Mitschülerin scheint den Verstand zu verlieren. Stimmen und seltsame Geräusche hört man in dem alten Gemäuer und Suzy beschließt das Geheimnis zu lüften. Doch dadurch gerät auch sie in Lebensgefahr und in den Bann einer unbekannten Macht, welche über Leichen geht.
Da läuft es einem nicht nur einmal kalt über den Rücken. Hier wird noch mit Musik und einer unheimlichen Kulisse mordsmäßige Spannung erzeugt. Der Score stammt größtenteils von Goblin, aber auch Argento selbst arbeitete am Sound mit. Goblin lieferte ein Jahr später die Musikuntermalung für Romero´s Meisterwerk "Zombie". Hier werden einem die Sounds nur so um die Ohren gehauen. Sehr laut, rein instrumental und richtig unheimlich. Die Melodien sind spitze, nur manchmal etwas zu aufdringlich. Aber eine brillante Art einen Horrorfilm zu untermalen und es gibt kaum Sounds, welche mehr Spannung erzeugen könnten. Die Kulisse ist hyper altmodisch, gruselig, glänzt aber gleichzeitig in vielen Farben. Im großen Schulgebäude hat jeder Raum eine andere Farbe, schon fast hipp gestylt, einige Kombinationen beißen sich richtig. Vielleicht etwas zu grell für solch einen ernsten Horrorfilm, dennoch mächtig angsteinflößend und düster. Dazu findet Argento immer die richtigen Bilder, um das Ganze noch gruseliger zu gestalten.
Die finale Auflösung mag leicht enttäuschen, ist dennoch plausibel und überhaupt nicht übertrieben dargestellt. Obendrein wird das Geheimnis erst in den letzten Minuten entlüftet, vorher tappt man wie Suzy völlig im Dunkeln. Die Morde sind hier nicht nur Mittel zum Zweck, sondern gleichzeitig die atmosphärischsten und spannendsten Szenen im Film. Gnadenlos finden die Opfer den Tod. Ob erstochen, aufgespießt, durch den eigenen Hund getötet, oder ob Einem die Kehle aufgeschlitzt wird, die wenigen Opfer finden einen grausamen Tod. Die Goreszenen sind sehr hochwertig und Argento lässt sich den diabolischen Ekel nicht nehmen und zeigt auch Szenen wie einen Messerstich ins freigelegte Herz, dazu noch in Zeitlupe.
Die Darsteller sind auch in Ordnung, Meisterleistungen sollte man aber nicht erwarten. Jessica Harper macht einen guten Job, Udo Kier ist in einer Nebenrolle als Psychologe zu sehen.
Wirklich nervenzerrend und schockig, untermalt von einem brillanten Score. Die unheimliche Kulisse geriet etwas zu bunt. Trotz der wenigen Morde ist der Film durch seinen kontinuirlichen Spannungsaufbau nie langweilig. Kult.