In den ersten Jahren seines Schaffens widmete sich Argento dem urtypischen italienischem Giallo zu, ganz in der Tradition von Mario Bava. Nach Abschluß seiner sogenannten "Tier-Trilogie" ging er neue Wege und kreierte etwas Neues: Den Argento-Film. Den Reigen begann er mit dem genialen "Rosso" um ihn mit dem ersten Teil der "Mütter-Trilogie" fortzusetzen: Suspiria
Was er im Jahre 1977 ablieferte ist heute eine Legende. Ein Film der von der Remake-geilen Filmindustrie geschützt zu sein scheint. Niemand wird sich daran die Finger verbrennen wollen, um sich der Lächerlichkeit preis zu geben. Suspiria ist nicht kopierbar.
Der Einsatz von Licht als Hauptdarsteller ist auf eine unglaubliche Art und Weise gelungen, das man kaum glauben kann was man gerade gesehen hat. Das Wechselspiel zwischen Blau, Rot und Gelb, die unsichtbaren Grenzübergänge zwischen den Farben, sind selbst 30 Jahre später schwer beeindruckend. Nicht die unheimliche Handlung ist der Schwerpunkt sondern die Ästhetik. Niemals sah ein Horrorfilm kunstvoller aus. Suspiria ist ein sich bewegendes Fotogemälde, das in jeder Kunstgallerie ein Higlight wäre. Der kreative Wahnsinn feiert aber nicht nur in der Optik eine neue Qualitätsstufe. Die "Kunst des Tötens" wird vor allem für das Erscheinungsjahr des Films in eine ungeahnte Dimension gehoben. Die Mordszenen sind dermaßen fulminant das man einfach seinen Hut ziehen muß. In einem unglaublichen Detailreichtum wird der erste Tötungsakt geschildert, der wohl in der Geschichte der Filmmorde einer der vordersten Plätze seine Heimat nennt. Hierbei steht ganz klar Qualität über Quantität. Aber nicht nur Dario Argento liefert hier einen Geniestreich nach dem anderen. Seine Haus und Hof Komponisten "Goblin" sind in absoluter Bestform und liefern einen der schaurigsten Filmscores aller Zeiten ab. Schon direkt am Anfang des Films wird man in das Hauptthema eingeführt, was sich zwar ständig wiederholt, man aber davon überhaupt nicht genug bekommen kann.
Die einzigen Defizite sind, wenn überhaupt, in der Argento-typischen Logik zu suchen. Aber die mag man oder eben auch nicht.
Fazit: Wenn man im Horror-Genre über Meisterwerke spricht muß "Suspiria" in jedem Fall genannt werden