Mit Rip-offs von Stirb langsam kann man mittlerweile ganze Straßen mit bepflastern; der Aufbau dabei stets ähnlich, der Schauplatz stetig wechseln, die Qualität auch schwankend und das Interesse des Zuschauers gleich mit. Assault on VA-33 wird dabei weniger über seinen direkt in die Offensive des Marketings gehobenen 'Star' Sean Patrick Flanery in die Aufmerksamkeit geraten sein – wobei man sich angesichts dieser Wahl sowieso eher wundern muss, zumindest vor dem Sichten des Endproduktes, das auch seinem 'Star' leider entspricht – , sondern über die nahezu verschwiegene Mitarbeit von auch Michael Jai White und Mark Dacascos als Unterstützung bzw. Gegenpart. Der Film dabei als Weiterführung der Linie von bspw. den erst kürzlich zuvor angelaufenen The 2nd (2020), Welcome to Sudden Death (2020) (sowie White's vorherigen Rip-off S.W.A.T.: Under Siege) oder auch SAS - Red Notice (2021), dort zuweilen gelinde besser produzierte und somit auch solide finanzierte Actionthriller semiprominenter Darsteller und insgesamt kleineren Rahmens, hier allerdings in allen wichtigen Belangen am Boden kriechend und als nahezu Totalausfall fabriziert:
Buffalo, New York. Der im Kampf verletzte und auch durch den Tod von Kameraden traumatisierte Jason Hill [ Sean Patrick Flanery ] stattet dem im Umbau befindlichen, nur teils geöffneten Veteranenhospital im Beisein seiner Tochter Sara [ Sarah Elizabeth Jensen ] einen Besuch ab, um selber einen Gesprächstermin wahrzunehmen und auch, um seine als Psychologin arbeitende Frau Jennifer [ Gina Holden ] abzuholen. Dabei wird er schnell auf mysteriöse Umstände und vor allem die Mannen [ u.a. Rob Van Dam und Richard Gabai und Tim McKiernan ] um den Terroristen Adrian Rabikov [ Weston Cage Coppola; Nicolas Cage sein Sohn, der hier den Moppel-Borat gibt ] aufmerksam, der das Krankenhaus gerade im Begriff ist einzunehmen, will er doch an den vor Ort befindlichen General Welch [ Gerald Webb ] heran. Jason informiert die örtliche Polizei unter Führung von Chief Malone [ Michael Jai White ], wimmelt dieser den vermeintlichen Psycho aber ab. Währenddessen nimmt noch der feindliche Scharfschütze Jackson [ Mark Dacascos ] seine Position ein, was die vom zahlenmäßig weit unterlegenen Jason enorm verschlechtert.
Auf die geschickteste Art und Weise ist der Film schon nicht angeleiert, wird er doch dramaturgisch einfältig mit der Vorwegnahme einer Szene kurz vor dem Showdown und so einer Art Appetizer und Cliffhanger gleichzeitig 'eröffnet' (und auch mit Vorgeschichten und Folterkeller-Rückblenden à la "21 Days Earlier" erzählt), ein Mexican Standoff mit Geiselnahme auf einem Rollfeld vor startenden Privatflugzeug, wobei es um das Entkommen der Gangster und des möglicherweise rechtzeitigen Eingriffs des Guten in der später noch dargereichten Geschichte geht. Der Gute wird von Flanery verkörpert, welcher hiermit nach dem Martial Arts Drama Born a Champion zum zweiten Mal in Folge einen militärischen Veteranen und zusätzlich einen gereiften Actionhelden geben soll bzw. spielt; der Darsteller hatte seinen Durchbruch Anfang der Neunziger und seinen bekanntesten Film auch noch im letzten Jahrtausend vorgelegt, eine Art Veteran ist er damit wirklich, körperlich auch sichtlich angeschlagen, v.a. im Gesicht deutlich gealtert, aber auch jetzt kein 'Hauptdarstellermaterial' und anders als bspw. Ryan Phillippe in The 2nd auch nicht so einnehmend oder sonst in irgendeiner Hinsicht attraktiv im Spiel.
Gegönnt sei ihm der Part natürlich trotzdem und die damit einhergehende Popularität (auf dem Filmposter), auch wenn er neue Fans damit nicht gewinnen wird und die alten übergebliebenen eher schockieren und erschrecken; Flanery und seine Figur hier führen zumindest durch den Film und dessen teils noch im Bau oder in der Renovierung befindliches Gebäude, einen noch fast leeren Kasten aus Fluren und Gängen und nicht funktionierenden Fahrstühlen, bei dessen Zutritt man aber trotzdem an einem Empfang vorbeigehen muss und sich akkreditieren. Der andere Anführer sitzt hinter der Kamera und hört auf den Namen Christopher Ray, dem Fred Olen sein Sohn also, der das Talent quasi in die Wiege gelegt bekommen hat, vorher mit diversen Hai-Filmen für The Asylum tätig war und hier ebenso seinem Vater alle Ehre macht, wenn man das so nennen will. Bei wichtigen Gesprächen klebt die Kamera dicht dran im Gesicht, sodass man jede Falte und jedes Runzeln und die Schönheit in all seiner Pracht schon sieht, die Besetzung außer der Namhafteren ist eher bescheiden, Einfälle in der Inszenierung gibt es selten und retten dann auch nicht viel. Optisch ist das langweilig bis trocken-spröde, die visuelle Zeitlosigkeit erinnert an Früheres aus der Billigschmiede um Allan A. Goldstein, Rick Jacobson und Damian Lee, der Inhalt ist voll mit Anschluss- und Logikfehlern, die ansonsten nicht störend auffallen würden, bei dem Mangel an Abwechslung hier aber absolut ärgerlich sind.
Wenn es ab Minute 20 herum an das Abspulen des Standards für derlei Filme geht, wird es langsam gelinde besser, für einen Moment allerdings nur, die Infiltration des (arg baufälligen Rumpel)Gebäudes, das Ausschalten unnötigen Personals und das Erlangen der nötigen Credentials, dazu einige Blicke auf die auswärts stationierte Polizei, die noch von nichts am Ahnen und trotz ihrer Funktion als Schreibtischhengste kurz vor dem Weihnachtsfest zum Intervenieren gezwungen sind. Eingreifen muss auch der traumatisierte ehemalige Soldat, allerdings erst nach vielem Herumgeschleiche im Basement und anderen stillgelegten Szenerien, überhaupt dauert es ewig und drei Tage, bis der Film selbst nach der Belagerung wenigstens etwas 'Tempo' und Andeutungen von 'Actionszenen' in Ermangelung auch von Spannung oder Thrill gewinnt. Stattdessen Neben- und Füllszenen, die keinerlei Belang haben und keinerlei Interesse gewinnen, und viel Telefonierei oder Gespräche über das Walkie-Talkie, ab Ende des zweiten Drittels dann ein paar halbherzige Flucht- und Gegenwehrversuche, wobei dann auch eine Sprengladung ausgelöst wird und eine verminte Tür nach außen in das winterliche Straßenkleid explodiert. Einer der Trottelcops wird bei Ankunft am Hospital unter Beschuss genommen und von einem Sniper massakriert, während anschließend Dacascos und Flanery ein Sparring miteinander haben, dass ein, zwei gute Einstellungen bietet und ansonsten ebenso ein Rohrkrepierer wie der Rest hier ist.