Review

Wenn man das Grundgerüst von „Stirb Langsam“ in ein Krankenhaus (ein recht kleines) verlagert und mit Christopher Ray einen Regisseur heran lässt, der bereits Streifen wie „3-Headed Shark Attack“ in die Welt setzte, dürften die Erwartungen an einen prickelnden Actioner sogleich gesenkt werden.

Veteran Jason (Sean Patrick Flanery) hält sich in dem Hospital auf, in dem seine Frau als Ärztin tätig ist, als er merkwürdige Gestalten beobachtet, die angeblich den Fahrstuhl reparieren wollen. Ein Anruf bei den örtlichen Cops (Michael Jai White) verpufft zunächst, also muss Jason selbst die Ärmel hochkrempeln…

Im Grunde ist es ein Kardinalsfehler, eine Szene des eigentlichen Showdowns für die Exposition zu verwenden, denn so werden bereits zu viele Details des Verlaufs offenbart.
Obwohl, es ist überdies nicht sonderlich innovativ, eine Ein-Mann-Armee gegen Terroristen antreten zu lassen, während ein Ausländer die Antagonisten anführt und die einzige Dame der Bösewichte wie ein Cosplay-Fetisch-Schusswaffen-Model bauchfrei im Winter herumläuft.
Leider wird zu lange debattiert, anstatt Taten folgen zu lassen, denn aufgrund des offensichtlich niedrigen Budgets bleiben Schauwerte weitgehend aus.

Zudem sieht es nicht sonderlich schick aus, wenn ein Heli abstürzt und per CGI explodiert, wobei das dazugehörige Feuer sogleich erlischt oder einige Kopfschüsse mit einem merkwürdigen Sprühnebel einhergehen, - Zeichen von hoher Luftfeuchtigkeit sind da wohl eher auszuschließen. Ein wenig ärgerlich wird es allerdings, wenn körperlich fähige Leute mitwirken, die letztlich nicht richtig zum Einsatz kommen: Jai White darf sich als leitender Cop nur von A nach B bewegen, wogegen Wrestler Rob Van Dam ausschließlich in einem Van sitzen muss. Immerhin darf Flanery ein wenig austeilen und auch jemand wie Mark Dacascos erhält eine halbwegs anständige Kampfszene.

Mit dem Eintreffen der Terroristen wird zumindest für ein passables Tempo gesorgt und während der Score zweckmäßig antreibt, gehen die meisten darstellerischen Leistungen in Ordnung, einschließlich einiger bekannter Gesichter vergangener Tage wie Gerald Webb oder Gina Holden. Ausgerechnet Weston Cage Coppola, Sohn von Nicholas Cage macht als russischer Antagonist eine zuweilen eher unglückliche Figur, zumal ihm der Akzent nicht wirklich zu liegen scheint.

Trotz zahlreicher Klischees und nicht weniger Logiklücken nimmt sich das Geschehen erstaunlich ernst und wer Twists oder anderweitige kreative Verwicklungen erwartet, sollte einen Bogen um den Streifen machen, der eigentlich nur dazu taugt, mit seinem Plagiat eine exzellente Werbung für die Reihe „Stirb Langsam“ zu veranstalten. Ein wenig unterhaltsam ist er aber dennoch.
Knapp
5 von 10

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