Speziell die 90er waren voll von diesen Mixturen aus Thriller und Liebesfilm und es gab mitunter sogar Szenen, über die noch einige Zeit gesprochen wurde, - man denke da nur an „Basic Instinct“ und Sharon Stone ohne vermeintlichen Schlüpper. Basierend auf einem Theaterstück fehlt Regisseur Brian DeCubellis jedoch der Mut, etwas derart Denkwürdiges zu kreieren.
New York: Nachrichtensprecher Owen (Matthew Daddario) und Galeristin Brooke (Victoria Justice) sind schon seit der High School ein Paar und mittlerweile verheiratet. Als Brooke eine Ausstellung des Womanizers Ansgar (Lucien Laviscount) plant, ärgert dies Owen, während Brooke bei kryptischen SMS auf Owens Handy misstrauisch wird. Doch wer betrügt wen?...
Untreue, Intrigen, ein Fremdgehen oder eine Affäre, - ohne diese Zutaten wäre ein romantisches Drama mit Anleihen eines Thrillers kaum denkbar. Gegenseitiges Misstrauen macht sich schon früh in der Beziehung bemerkbar, zumal die Geschichte mit der Szene eines leidenschaftlichen Liebesakts einsteigt, bei dem die Beteiligten bewusst nicht zu erkennen sind. DeCubellis spielt mit Zeitsprüngen, indem er vergangene Ereignisse, teils aus einer anderen Perspektive noch einmal aufgreift, sie ergänzt oder Lücken schließt.
Daraus ergeben sich einige Wendungen innerhalb einer Vierecksgeschichte, die das Ding so einigermaßen am Laufen halten, denn anderweitig wird reichlich mit Klischees um sich geworfen. Grundlegend sind alle Beteiligten von makelloser Erscheinung und beim Maler geht es so weit, dass er sämtliche Nacktmodels oetkert, nachdem er sie auf Leinwand verewigte. Alle sind irgendwie begehrenswert und passend dazu geht es auch noch vom vorweihnachtlichen New York nach Paris.
So wirklich spannend gestaltet sich das alles nicht, denn es fehlt das Knistern, die Erotik und auch mit der Chemie zwischen den Figuren ist es nicht weit her. Darstellerisch wird allenfalls Durchschnitt geliefert und es reißt sich niemand ein Bein aus oder hinterlässt gar einen bleibenden Eindruck. Gleiches gilt für den Tingeltangel-Score und einigen Songs, bei denen natürlich wenigstens einer von Victoria Justice selbst stammt.
Das Ratespiel um Betrug und Loyalität gestaltet sich noch so einigermaßen ansprechend, doch die letzten Minuten werden derart überhastet herunter gebrochen, dass nichts mehr glaubhaft erscheint und der bis dato noch halbwegs durchschnittliche Eindruck geschmälert wird.
Rein handwerklich okay, doch storytechnisch verbesserungswürdig, entstand die FSK12 womöglich aufgrund einiger nackter Tatsachen auf Leinwänden, denn anderweitig gibt sich der Stoff eher prüde.
4,5 von 10