iHaveCNit: Petite Maman (2022) – Celine Sciamma - MK2
Deutscher Kinostart: 17.03.2022
gesehen am 19.03.2022
Arthouse-Kinos Frankfurt – Harmonie – Große Harmonie – Reihe 4, Platz 9 – 18:15 Uhr
Der einzige interessante Kinostart an diesem Wochenende war für mich der neue Film von Celine Sciamma, die zuletzt ja die Arthouse-Kinos dieser Welt mit ihrem großartigen Meisterstück „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ im Flammensturm erobern konnte. Leider hatte ich ihn damals nicht auf dem Schirm und bedauere es nach meiner Erstsichtung von vor ein paar Tagen ihn damals nicht auf der Leinwand gesehen zu haben. Anders verhält es sich mit ihrem neuen Film „Petite Maman“, den ich mir definitiv im Kino ansehen wollte und diese Entscheidung an dieser Stelle nicht bedauere.
Nach dem Tod der Großmutter reist die junge Nelly mit ihrer Mutter und ihrem Vater in das in einem Waldstück gelegene Haus der Großmutter, um die Wohnung zu entrümpeln. Da jedoch die Mutter sowohl die Trauer als auch die Erinnerungen an das Haus schwer fallen, lässt sie Nelly und den Vater zurück. Beim Spielen im Wald trifft Nelly zufällig auf die ihr ähnlich sehende und gleichaltrige Marion und eine Freundschaft entsteht, die eine geheimnisvolle Bindung zwischen Nelly und Marion offenbart.
„Petite Maman“ hat mir sehr gut gefallen. Er präsentiert uns eine Geschichte über Trauer, Ängste, Hoffnungen, Kindheit aus der Perspektive eines Kindes und verpackt das in seinen knappen 72 Minuten in einem sehr kompakten Film, dessen Laufzeit perfekt ist. Dabei berührt einen vor allem die Beziehung einer Tochter zu ihrer Mutter, die hier auf eine sehr feine, sensible und interessante Art und Weise mit einfachen Mitteln erzählt wird und sich durchaus als interessantes gedankliches Experiment mit einem eingebetteten Element einer mysteriösen Zeitreise versteht, bei dem es weniger um die Zeitreise und mehr um die Beziehung und die Geschichte geht. Insgesamt bietet der Film ein schönes Erlebnis und er lässt mich selbst mit der Frage zurück, wenn ich als Kind im Kindesalter auf meine Mutter oder meinen Vater im selben Kindesalter getroffen wäre, was man sich gegenseitig auf den Weg geben würde. Und dass lässt diesen Film sehr tiefsinnig werden. Aber auch für jüngere Generationen ist der Film etwas, da in meiner Vorstellung auch ein paar Kinder im Publikum saßen und durchaus auch Spaß an dem kleinen, feinen Film hatten. Und das würde aus „Petite Maman“ einen zeitlosen Film machen, den man von Generation zu Generation als Familienfilm gemeinsam schauen kann.
„Petite Maman“ - My First Look – 9/10 Punkte.