Review

iHaveCNit: Die Täuschung (2022) – John Madden – Warner
Deutscher Kinostart: 26.05.2022
gesehen am 26.05.2022
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema - Lumiere – Reihe 5, Platz 12 – 15:15 Uhr

Ja, ich weiß, dieses Wochenende steht bei mir auch ganz im Zeichen des neuen Tom-Cruise-Action-Blockbusters „Top Gun: Maverick“, den ich bereits gesehen habe, mir aber für die geschriebenen Zeilen noch etwas Zeit lasse. Gerade weil noch eine zweite Sichtung anstehen wird. Aber man darf bei dem Blockbuster nicht vergessen, dass dieses Wochenende auch im eher arthouselastigen Sektor interessante Filme kommen. Einer davon ist ein Film, der soweit ich mich erinnern kann bereits im Januar starten sollte, aber dann auf Ende Mai verschoben worden ist. Vermutlich auch, weil im Januar mit Christian Schwochows „München – Im Angesicht des Krieges“ bereits ein im zweiten Weltkrieg verorteter Spionagethriller einen kleinen Kinorelease und einen umfassenden Netflix-Release bekommen hat. Die Rede ist von John Maddens „Operation Mincemeat“, der hierzulande unter dem Titel „Die Täuschung“ erscheint. Bei John Madden hat mir bereits sein voriger Politthriller „Die Erfindung der Wahrheit“ bzw. „Miss Sloane“ mit Jessica Chastain gefallen – und „Die Täuschung“ setzt dort auch an.

Im Jahre 1943 planen die britischen Streitkräfte eine Invasion Siziliens und es wird mit einem desaströsen Gegenschlag der deutschen Streitkräfte gerechnet, so dass sich unter Winston Churchills Befehl und der Führung des Geheimdienstdirektors Admiral John Godfrey eine Spezialeinheit bildet, die gemeinsam an einer List arbeitet, die absolut wasserdicht die deutschen Streitkräfte vom Gegenschlag in Sizilien abbringen soll. Die Täuschung ist, dass eine Leiche mit Fehlinformationen auf ganz natürlichem Weg in die Hände der Deutschen fallen soll.

Eine Sache am Film, die für mich als großen Fan der Film- und Buchreihe „James Bond“ sehr interessant war ist, dass Ian Fleming, Autor der Bücher und Erfinder von James Bond – der selbst Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes war – auch Teil der Spezialeinheit war. So ergibt sich im Film selbst durchaus der ein oder andere witzige und amüsante Moment für Bond-Fans – und sein Darsteller Johnny Flynn . Im Kern jedoch ist der Film ein spannender Spionagethriller, bei dem jedes einzelne Detail wichtig ist und abgewogen werden muss, damit die Angelegenheit einer Leiche, die im Wasser platziert und an Land gespült wird absolut wasserdicht sein muss, da nahezu jeder kleine Fehler, der die deutsche Seite davon überzeugen könnte, dass es sich um eine List handelt, alles zunichte machen könnte. Dabei ist gerade das Erschaffen einer Hintergrundgeschichte auch sehr interessant und mit welcher Akribie diese ausgearbeitet wird. Und natürlich auch welche Auswirkungen das auf das Gefüge im Team hat. Da fällt mir gerade das Dreieck aus den Rollen der Darsteller von Colin Firth, Matthew MacFadyen und Kelly MacDonald ein und auch das brüderliche Verhältnis von Colin Firths Charakter mit dem Charakter von Mark Gatiss, das allesamt für Spannungen sorgt, die dem Film auch neben dem Gelingen der Mission eine auch persönliche emotionale Tragweite gibt. Das gibt dem eigentlich nüchtern und trocken erscheinenden auf historischen Begebenheiten basierenden Spionagethriller das gewisse Etwas.

„Die Täuschung“ - My First Look – 8/10 Punkte.

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