Mit Beiträgen wie „Cold Prey – Eiskalter Tod“, „Dead Snow“ oder auch „Trollhunter“ kamen in unregelmäßigen Abständen Horrorfilme aus Norwegen, die schon aufgrund der eigentümlichen Atmosphäre einen markanten Eindruck hinterließen. Das Werk von Autor und Regisseur Henrik Martin Dahlsbakken war offenbar als Parodie und Hommage an diverse Subgenres gedacht, doch durch die fragmentartige, wenig fesselnde Erzählweise läuft er so ziemlich ins Leere.
Es sollte ein Studentenfilm in den Bergen Norwegens werden: „Die Toten erwachen“ ist ein Projekt der ehrgeizigen Julie, die sogar den bekannten Schauspieler Dennis Storhøi für ihr Werk anlocken konnte. Doch als in einem Waldhotel Rast gemacht wird, schlägt ein Meteor in der Nähe ein, der die bereits zerstrittene Filmcrew in nicht unerhebliche Gefahr bringt…
Der Metafilm steigt direkt mit dem Film im Film ein, als anno 1989 ein Paar mit dem Van unterwegs ist und einen vermeintlichen Hund überfährt. Erst nach einigen Minuten wird der Dreh gestoppt und den verdeckten Ecken des Vans entsteigt nach und nach die Filmcrew. Von da an geht es leider recht steil bergab.
Aufnahmen eines Making-ofs thematisieren zwar Motivationen einzelner, doch dazwischen kommt die Chose zwischen Querelen und Selbstdarstellungen einfach nicht voran. Visuell bedient man sich zwischenzeitlich der wackeligen Found Footage Optik, was bei späteren Temposzenen komplett unübersichtlich ausfällt. Leidlich interessanter gestalten sich die Momente des Zombiefilms, auf die sich Dahlsbakken besser einzig konzentriert hätte, da die wesentlichen Zutaten stimmen und einigen Sets eine taugliche Atmosphäre mitschwingt.
Doch stattdessen entsteht zuviel Gefasel während einiger Vorbereitungen, Storhøi wendet sich mehrfach in die Kamera, wobei zumindest ein leichtes Augenzwinkern entsteht, als er Antonio Banderas direkt anspricht, mit dem er in „Der 13. Krieger“ tatsächlich zusammenarbeitete. Doch auch solche Intermezzos verpuffen bei wiederholten Versuchen, einem altgedienten Mimen Profilierungsraum zuzuteilen.
Während die mehrfachen wiederholten Takes kurzer Szenen zumindest ein leichtes Schmunzeln erzeugen, haftet den eigentlichen Dreharbeiten rund um die Zombies nicht allzu viel Glaubwürdigkeit an. Fürs Publikum macht sich eine Verfolgung in einer Scheune mit anschließender Gegenwehr ganz gut, doch eine derartige Szene, bereits mit Musik unterlegt und mit einigen Effekten ohne jeweiligen Cut ausgestattet, wird bei einer Studentenproduktion kaum in einem Rutsch von der Bühne gehen.
Darstellerisch geht die Chose in Ordnung, die wenigen Bluteffekte harmloser Natur nimmt man mit, doch der rote Faden fehlt bis auf die letzten Minuten völlig und man erhält eine Mischung aus Horrorfilmdreh, fader Aliententakelbedrohung und eine Art Hangover der Beteiligten.
Das fällt kaum spannend und noch seltener witzig aus, was die dünne Pointe in allen Belangen unterstreicht. Von den Qualitäten oben erwähnten Streifen ist dieser meilenweit entfernt.
3,5 von 10